Neue Gedenkstätte soll an KZ Sachsenburg erinnern

Frankenberg - An das KZ Sachsenburg nahe Chemnitz erinnert heute auf den ersten Blick nur noch wenig. 1933 wurde das KZ Sachsenburg errichtet, 1937 aufgelöst. Es gilt als beispielhaft für die Entwicklung des Lagersystems in Deutschland und als Verknüpfung zwischen den frühen Lagern und dem späteren KZ-System. In dem Fabrikgebäude einer Spinnerei, die sich in Privathand befindet, wurden 1.700 Bettstellen aufgestellt, die Häftlinge arbeiteten u.a. hier und in einem nahen Steinbruch. Gerade wurde der Pfad der Erinnerung mit 20 Informationstafeln in Sachsenburg und Frankenberg fertiggestellt. Im Zellentrakt sowie der Kommandantenvilla soll nun eine Gedenkstätte entstehen. Dafür hat die Stadt Frankenberg einen Ideenwettbewerb ausgelobt.

Der Historiker Mikola Borovic hat sich intensiv mit der Geschichte des Konzentrationslagers Sachsenburg beschäftigt. Tatsächlich erinnert kaum mehr was an den geschichtsträchtigen Ort. Lediglich Schießscheiben, alte Fotos und einige Überbleibsel im ehemaligen Gefangentrakt erinnern an die unheilvolle Vergangenheit der Stätte. Dabei gilt Sachsenburg als einer der Vorläufer für Konzentrationslager wie Buchenwald, Dachau oder Bergen Belsen.

An die Geschichte des KZ soll also zukünftig eine Gedenkstätte erinnern. Die Abgabefrist für den Ideenwettbewerb läuft bis Ende Oktober. Im Dezember soll die Jurysitzung stattfinden und ein Siegerentwurf feststehen. Bis zur Realisierung werden dann wohl noch einige Jahre vergehen. Bis dahin will die Stadt Frankenberg jedoch eine Interimsgedenkstätte in einem Gasthaus auf dem Gelände einrichten. Die Eröffnung ist noch für dieses Jahr geplant.