Neue Gleiskreuzung für Bautzner Straße in Dresden-Reick gebaut

Die Bautzner Straße in der Dresdner Neustadt bekommt ihre neue Gleiskreuzung. Bis zum 26. August sollen die Straßenbahnen dort wieder fahren können. +++

Am Donnerstag wurde in Reick die in diesem Jahr größte konstruierte Dresdner Gleisanlage gezeigt. Dabei handelt es sich um eine Vierfachkreuzung, die an der Bautznerstraße Ecke Hoyerswedaer und Rothenburger Straße verbaut werden soll.

Interview: Ingolf Hirsch, DVB Werkplatzleiter, im Video.

Am Freitag findet die Abnahme der 600.000 Euro teuren Gleisanlage statt. Anschließend wird sie zerlegt und einzeln ab dem 23. Juli zum Einbau auf die Baustelle transportiert. Ziel ist es, dass bis zum 26. August die Straßenbahnen wieder fahren können.
 
Hintergrund:
Ende Februar begann mit der Vierfachkreuzung Bautzner Straße/Hoyerswerdaer Straße/Rothenburger Straße in der Gleisbauwerkstatt der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) auf dem Gelände des Betriebshofs Reick die Konstruktion der größten Dresdner Gleisanlage des Jahres 2013 für die Straßenbahn. Inzwischen ist sie fertig. Nach der fachlichen Abnahme durch die Ingenieure am 19. Juli, die unter anderem alle Maße millimetergenau vermessen, wird sie zerlegt und ab dem 23. Juli in Einzelteilen zum Einbau auf die Baustelle transportiert. Ab dem 26. August sollen wieder Straßenbahnen über die Kreuzung fahren.

Die neue Gleiskonstruktion ist insgesamt 60 Meter lang und 40 Meter breit. Neben der eigentlichen Kreuzung gehören noch drei Abzweige dazu. So wie heute können Bahnen auch künftig aus der Bautzner Straße stadtauswärts nach rechts und stadteinwärts nach links in die Hoyerswerdaer Straße abbiegen. Ebenso verhält es sich in der Gegenrichtung aus der Hoyerswerdaer Straße. Schneiden sich zwei Schienen, entsteht ein Herzstück. Das passiert auf der eigentlichen Kreuzung 16 Mal, daher ihre Bezeichnung K16. Im Bereich der Abzweige entstanden zwei Mal 6 und einmal 18 Schnittpunkte und somit deren Bezeichnungen A6-A6-A18. Die gesamte Anlage weist also 46 Herzstücke auf.

Mit ihren Ausmaßen bringt die Konstruktion stattliche 131 Tonnen auf die Waage, wovon allein 53 Tonnen auf den Folgeabzweig in der Hoyerswerdaer Straße und 14,4 Tonnen auf die eigentliche Kreuzung entfallen. Insgesamt wurden 350 Meter Konstruktionsschienen, 35 Meter Brammenmaterial und 250 Meter Rillenschiene verbaut. Brammen sind große Stahlblöcke, die im Stahlwerk eigens für die DVB geschmiedet wurden. Mehr als 1.500 Schrauben halten die Gleise auf 600 Betonschwellen zusammen. Für eine zusätzliche Stabilisierung sorgen 700 Sonderrippenplatten aus 600 Meter Flachstahl. Die Vierfachkreuzung selbst besteht aus 80 Metern Dickstegprofil. Sämtliche verwendete Konstruktionsschienen in den Abzweigen und der Kreuzung sind in Deutschland einzigartig und werden nur in Dresden verbaut. Für die Gleiskreuzung wurden etwa 5.000 Arbeitsstunden benötigt. Sie kostet rund 600.000 Euro und ist Bestandteil der Gesamtkosten für die Baustelle auf der Bautzner Straße.

Schon seit 1934 werden auf dem so genannten Werkplatz der DVB im Straßenbahnhof Dresden-Reick Schienen gebogen, Weichen gebaut und Gleiskonstruktionen geschweißt. Nicht nur die Verkehrsbetriebe profitieren von der Spezialwerkstatt im eigenen Haus. Auch andere deutsche und internationale Verkehrsunternehmen nehmen die Leistungen der DVB-Gleisbauwerkstatt gern in Anspruch. Beispielsweise rollen in Sevilla, Tallin oder der Südseeinsel Aruba Straßenbahnen über Gleise „Made by DVB“. Während des Umbaus des Straßenbahnhofs Reick in den Jahren 2006/2007 wurde auch die alte Gleisbauwerkstatt umgestaltet. Ausgestattet mit einem modernen Maschinenpark und mehreren Krananlagen finden die Beschäftigten in der neuen Hallte nicht nur bessere Bedingungen vor sondern können gleich mehrere Projekte parallel bearbeiten.

 Quelle: DVB AG

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