Neue Glockenhalterung in der Thomaskirche

Leipzig - Seit knapp 100 Jahren hängen die Glocken der Thomaskirche in ihrer Aufhängung. Nun müssen diese restauriert werden. Die Arbeiten kosten rund 350.000 € und sollen 2020 fertig gestellt.

Die Sanierungsarbeiten waren von dringender Notwendigkeit. Der Geschäftsführer des Ingenieurbüros für Bauplanung Leipzig Jochen Ritter-Müller kennt die Schwächen der alten Aufhängekonstruktion. Der Stahl ermüdet durch die starke Beanspruchung, durch das ständige Läuten ausgesetzt.
 
Die Vorbereitungen der Sanierung starteten 2017, seit Montag laufen die Bauarbeiten mit den Vorbereitungen. Die eigentlichen Baumaßnahmen starten dann erst im August. Die Glockenstühle werden grundsaniert. Die Stahlhalterung wird durch eine Holzkonstruktion ersetzt, dabei bleibt die historische Substanz erhalten. Im ersten Bauabschnitt werden die unteren zwei Glocken wieder betriebsfähig gemacht. Im zweiten Bauabschnitt wird der historische Glockenstuhl nach oben hin erweitert und dann die Halterungen der oberen zwei Glocken erneuert. Mit der Erweiterung wird schon alles für die vier kleineren Glocken vorbereitet. Größe und Gewicht der kleinen Glocken steht schon fest, alles weitere ist noch in Planung.
 
© Leipzig Fernsehen

Die Kosten belaufen sich etwa auf 350- 400.000 Euro. Ein Teil kommt aus privaten Spenden, ein anderer Teil kann durch die Förderzusagen der Denkmalpflege der Stadt Leipzig gedeckt werden. Auch die Sächsische Landeskirche fördert das Projekt. Die größte Einzelspende kommt aus den USA mit 92.000 Euro.

Das Ende der Arbeiten beider Bauabschnitte wird auf Ende 2020 geschätzt. Die Einschränkungen, die sich durch die Baumaßnahmen ergeben fallen äußerst gering aus, es werden lediglich keine Turmführungen mehr geboten. Durch die Teilung in zwei Bauabschnitte wird es in der Thomaskirche immer Glocken geben, die läuten können.