Neue Pläne für ÖPNV in Sachsen

Die neue sächsische ÖPNV-Kommission will eine Gesamtstrategie für einen leistungsfähigen und kundenorientierten ÖPNV entwickeln. Ein Interview dazu mit Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig (SPD) sehen Sie in unserer Mediathek. +++

Wie können wir den ÖPNV unter sich den sich ändernden Rahmenbedingungen weiterentwickeln? Wie können wir ihn mit den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln noch kundenfreundlicher gestalten? Wie schaffen wir es, den Menschen im ländlichen Raum auch in Zukunft eine verlässliche ÖPNV-Grundversorgung anzubieten? Mit diesen und weiteren Fragestellungen werden sich die heute offiziell berufenen 27 Mitglieder der ÖPNV-Strategiekommission in den kommenden vier Jahren befassen.

„In den letzten 25 Jahren hat sich unser ÖPNV unter kommunaler Aufgabenträgerschaft sehr gut entwickelt“, sagte Verkehrsminister Martin Dulig im Vorfeld des heutigen Auftakttreffens der Kommission. „Die Verkehrsunternehmen in unseren großen Städten, aber auch die S-Bahnen in Leipzig und Dresden, nehmen deutschlandweit in puncto Kundenzufriedenheit kontinuierlich vordere Plätze ein. Gleichzeitig stehen wir vor großen Herausforderungen, z.B. durch die Entwicklung im ländlichen Raum und die finanziellen Rahmenverbindungen für den ÖPNV. Ich erwarte deshalb von der Strategiekommission, dass sie den ÖPNV im Freistaat „neu denkt“.“

Die neu gebildete ÖPNV-Strategiekommission soll eine Gesamtstrategie für einen leistungsfähigen, kundenorientierten und wirtschaftlichen ÖPNV entwickeln. Ihr gehören neben Vertretern aller Fraktionen des Sächsischen Landtages, der kommunalen Ebene, den fachlich involvierten Staatsministerien, den Fahrgast- und Unternehmensverbänden auch Repräsentanten der Gewerkschaften, der IHK, der Wissenschaft sowie ein Vertreter für die Belange von Menschen mit Behinderungen an. „Es gehört zur neuen Ehrlichkeit und zu unserem Stil der neuen politischen Kultur, dass wir mit allen Akteuren gemeinsam an einem Tisch sitzen und offen über Probleme, Ziele und mögliche Lösungen sprechen“, betonte Dulig.

Wichtige Aufgabenstellungen sollen u.a. sein, Möglichkeiten zur Einführung einfacherer und einheitlicherer Tarife sowie potentielle Ausgestaltungsmöglichkeiten zur Etablierung eines kostengünstigen Bildungstickets für die sächsischen Schülerinnen, Schüler und Auszubildenden zu sondieren. Um die Arbeit der Kommission auf eine fachlich fundierte Grundlage zu stellen, wird zunächst ein umfassendes Basisgutachten erstellt. Dieses soll belastbare Aussagen zur gegenwärtigen Situation des sächsischen ÖPNV treffen und erste Lösungsansätze zur Sicherstellung einer verlässlichen ÖPNV-Grundversorgung unterbreiten. „Einfache Lösungen, die mit den vorhandenen Mitteln auch noch bezahlbar sind, hat niemand in der Schublade. Es muss gründlich evaluiert, gerechnet, abgewogen und verhandelt werden, bevor entschieden werden kann“, so Dulig. „Für die Arbeit der Kommission wünsche ich mir eine breite Beteiligung, Ehrlichkeit und maximale Transparenz.“

Quelle: Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

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