Neue Unternehmensförderung in Sachsen

Ab dem 1. Januar 2011 bietet der Freistaat sächsischen Unternehmen, welche die Voraussetzungen für eine Förderung mit GA-Mitteln erfüllen, Nachrangdarlehen an. Diese Unternehmen können zukünftig bis zu 5 Mio. Euro in Anspruch nehmen und damit einen Teil ihrer Investitionen über nicht besicherte Darlehen finanzieren.

„Der Zugang zum Kapitalmarkt besteht für mittelständische Unternehmen noch nicht in dem Maße, wie es wünschenswert ist“, so Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP). Kreditzusagen der Banken und Darlehenskonditionen hängen in starkem Maß von der Bonität der Unternehmen und insbesondere von deren Eigenkapital ab. Durch die Nachrangdarlehen kann die Bonität der Unternehmen verbessert werden, denn diese werden von den Banken als wirtschaftliches Eigenkapital eingestuft. Mit der Nachrangigkeit schonen die Unternehmen ihre Sicherheiten und haben mehr Spielraum für weitere Fremdfinanzierungen. Die Unternehmen können jetzt größere Teile ihrer Investitionssummen finanzieren als es mit Zuschüssen und Zulagen möglich ist.

Morlok: „Wir bauen neue Strukturen der Wirtschaftsförderung auf, um den sich abzeichnenden Änderungen im Beihilfe- und Förderrecht zu entsprechen. Langfristig wollen wir Zuschüsse durch Förderung mithilfe von Darlehen ersetzen. Unser Ziel ist es dabei, den sächsischen Mittelständlern mit Wachstumsstrategien bei weiterem Wachstum unsere Unterstützung anzubieten.“

Hintergrund:

Das Fondsvolumen beträgt 100 Mio. Euro. Davon werden 75 Mio. € aus dem Europäischen Fonds für regionalen Entwicklung (EFRE) und 25 Mio. € aus Landesmitteln bereitgestellt. Die Kreditgewährung erfolgt mittels Darlehensvertrag und direkt über die Sächsische Aufbaubank – Förderbank – (SAB). Das Darlehen bedarf keiner Besicherung. Zu den förderfähigen Investitionsvorhaben zählen die Errichtung einer neuen Betriebsstätte; die Erweiterung einer bestehenden Betriebsstätte; Wachstumsvorhaben, die auf einer Diversifizierung der Produktion bzw. grundlegenden Änderungen des Gesamtproduktionsverfahrens basieren und die Übernahme einer stillgelegten oder von Stilllegung bedrohten Betriebsstätte.

Die Laufzeit beträgt max. 10 Jahre, davon max. 2 tilgungsfreie Jahre. Eine vorzeitige Tilgung des Darlehens ist jederzeit – ohne Entrichtung einer Vorfälligkeitsentschädigung – möglich. Der Programmzinssatz orientiert sich an der Entwicklung des Kapitalmarktes und an der Bonität des Darlehensnehmers. Der Zinssatz ist über die gesamte Laufzeit des Darlehens festgeschrieben. Die Auszahlung erfolgt zu 100% an den Darlehensnehmer. Dem Darlehensnehmer entstehen keine Bearbeitungskosten. Das Darlehen wird nachrangig vergeben und bedarf keiner Sicherheiten. Das Darlehen kann allein oder kumulativ mit einem GRW-Zuschuss beantragt werden. Mit der Antragsstellung ist die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme, das Unternehmenswachstum und ggf. der Arbeitsplatzeffekt darzulegen. Daneben sind die Durchfinanzierungsbestätigung der Hausbank, eine Erklärung zur Investitionszulage und die üblichen betriebswirtschaftlichen Unterlagen beizufügen, teilte das Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr am Donnerstagabend mit.