Neue Volieren und ein Geier bei der Dresdner Wildvogelauffangstation

Dresden - Jährlich landen über 1100 Vögel bei der Wildvogelauffangstation bei der Stadtentwässrerung Dresden. Verletzte und verwaiste Tiere werden gepflegt, gefüttert und wenn nötig operiert. Die Angestellten und weiteren Helfer bauen aktuell neue Volieren. Im Moment wird auch ein Geier beherbergt, der ausgehungert in Radebeul gefunden wurde. Wenn Sie einen Vogel finden, können Sie diesen bei der Auffangstation abgeben oder die Notfallnummer wählen.

Mit großen Augen blickt der verletzte Falke in die Kamera. Saskia Keller versucht, ihn mit einem Leckerbissen anzulocken, um das scheue Tier nicht zu verschrecken. Großen und kleinen Vögeln wird hier geholfen. In der Wildvogelauffangstation bei der Stadtentwässerung Dresden landen jährlich über 1100 verletzte oder verwaiste Vögel. Aktuell stehen Umbaumaßnahmen an, da die Kapazitäten oft nicht ausreichen. Es werden mehrere Volieren für kleine Vögel, wie bspw. Singvögel gebaut.

Die Bauarbeiten werden werden auch von den Mitarbeitern vorgenommen. Das sind neben den zwei Vollbeschäftigten auch ehrenamtlichen Helfer, Praktikanten und junge Leuten im freiwilligen ökologischen Jahr. Vom Uhu bis zum Bussard wird hier behandelt und manchmal sind kuriose Vögel dabei. Aktuell wird ein Gänsegeier beherbergt. Er kommt ursprünglich aus Kroatien und wurde in Radebeul fast verhungert mit nur vier Kilogramm gefunden - das ist ein Drittel seines normalen Gewichts. Er befindet sich auf einem guten Weg und kann bald wieder ausgewildert werden.

Die meisten Vögel erleiden Brüche durch Zusammenstöße mit Fensterfassaden und Autos. Kleine Vögel fallen eher aus dem Nest oder werden von Greifvögeln verwundet. Es gibt auch Verordnungen, die die Singvögel schützen. So dürfen ab dem 1. März keine Bäume mehr gefällt sowie Hecken und Sträucher starkt beschnitten werden (es ist aber in Ordnung, Auswüchse zu stutzen, um die Form beizubehalten). Vögel nisten und brüten im Frühling darin und lassen die Nester bei einer Störung zurück.

Jeder Vogel ist willkommen. Sollten Sie ein hilfsbedürftiges Tier finden, können Sie die Notfallnummer der Auffangstation wählen, dann kommen die Mitarbeiter der Auffangstation und holen den Patienten ab. So sollten Sie vor allem bei großen oder aggressiven Vögeln verhalten. Ist die von dem Tier ausgehende Gefahr gering, können Sie aber auch jederzeit selbst aktiv werden. Bringen Sie den Vogel einfach aus der Gefahrenzone und stecken Sie ihn in einen dunklen Karton mit Luftlöchern. Es eignet sich gut, dafür ein Tuch o.ä. zu nehmen. 

Die Notfallnummer der Wildvögelauffangstation:
Mobil: 0172/6 45 43 12
werktags ab 8.30 Uhr
feiertags 9.00 – 12.00 Uhr

 

Die Station steht für jedermann offen. Wer mithelfen möchte, kann spenden, Futter vorbei bringen oder selbst tatkräftig helfen. Weitere Informationen dazu gibt es unter der Website des Umwelt Zentrums Dresden www.uzdresden.de.