Neue WG im Chemnitzer Tierpark

Im Tierpark Chemnitz werden in Sachen Tierhaltung weiter neue Wege beschritten: Seit kurzem bilden Bärenmakaken und Indische Lippenbären eine neue Wohngemeinschaft.

Und dies ist nicht die erste WG im Areal an der Nevoigtstraße: Hier leben schon verschiedene Bewohner in Gemeinschaftsanlagen – so in der Südamerika-Anlage mit Alpakas, Nandus und Wasserschweinen, im Australien-Bereich mit Bennettkängurus und Emus. Außerdem wohnen und leben Faultiere und Wasserschweine zusammen, im Tropenhaus sind viele Vogelarten gemeinsam „ansässig“ und auch in diversen Vogelanlagen mit zwei Arten pro Gehege.

Die fünf männlichen Affen, die jetzt zur neuen WG gehören, kamen 2005 aus dem Tiergarten Straubing nach Chemnitz. Bis vor kurzem wurden sie in der alten Bärenanlage am Imbiss gehalten. Diese Unterbringung, so Tierparkchefin Anja Dube, war jedoch nicht mehr mit den Ansprüchen einer modernen Tierhaltung zu vereinbaren, und da ein Neubau einer Affenanlage derzeit nicht im Plan steht, wurde das Konzept des Tierparks fortgesetzt, untereinander verträgliche und annähernd im gleichen Lebensraum vorkommende Arten zu vergesellschaften.
Aus diesem Grund wurde in den vergangenen Monaten die Lippenbärenanlage etwas umgebaut, um die Affen nun als neue Bewohner aufnehmen zu können. Die kleinen Umbaumaßnahmen – Sitzbretter in der Innenanlage sowie die Installation eines kleinen Elektrozauns – sowie die Ausstattung des Areals mit Ästen, Baumstämmen und kleinen Kletterseilen wurden von Mitarbeitern des Tierparks vorgenommen. Sozusagen Amtshilfe hat die Feuerwehr Chemnitz geleistet und einen großen Baumstamm aufgestellt.

Die Makaken haben zwei separate Innengehege und ein kleines Außengehege, welches für die Bären nicht zugänglich ist. Von diesem wurden Äste und Seile durch das Gehege gezogen sowie ein großer vertikaler Baumstamm eingesetzt. So entstand für die Affen ein zweites Geschoß. Die Lippenbären klettern zwar auch gern, doch die schmalen Verbindungen zwischen den Bäumen sind für sie ungeeignet – und, auch das ist für das gedeihliche Zusammenleben in einer Tier-WG schließlich auch eine Voraussetzung: Affen stehen auch nicht auf ihrem Speiseplan…