Neue Wohnungslosenhilfe offiziell eingeweiht

Chemnitz – In Chemnitz haben Wohnungslose eine neue Anlaufstelle. Die Stadtmission Chemnitz hat dafür am Freitag offiziell den Schlüssel für die neuen Räumlichkeiten in der Annenstraße 18 und 22 überreicht bekommen.

Vorher befand sich die Einrichtung viele Jahre versteckt am Getreidemarkt. Nun wurde sowohl der Tagestreff „Haltestelle“ als auch die Beratungsstelle gegenüber im Reitbahnviertel eingerichtet.

Obwohl in Deutschland theoretisch niemand auf der Straße leben müsste, steigt die Anzahl der Wohnungslosen nämlich kontinuierlich an.

Die Gründe, wie man in die Wohnungslosigkeit gerät, sind dabei vielfältig. Durch Krankheit, Sucht, Verlust des Partners oder Arbeitsplatzes können viele Menschen in eine finanzielle Schieflage kommen. Wer sich in einer solchen Situation keine Hilfe sucht, ist gefährdet, in einen Strudel aus Schulden und schließlich Wohnungslosigkeit zu geraten, aus dem er sich allein nicht mehr befreien kann.

Bei der Stadtmission und der Diakonie als Trägerorganisation werden jedoch nicht nur die Personen unterstützt, die bereits alles verloren haben. Ein großes Augenmerk wird auf die Präventionsarbeit gelegt, um ein Abrutschen in die Wohnungslosigkeit zu verhindern.

Bei der Einweihung wurde darauf hingewiesen, dass es nicht stimme, dass durch den Zuwachs an Flüchtlingen Einheimische ihre Wohnungen verlieren würden. Die Ursachen der Obdachlosigkeit lägen in persönlichen Schicksalen und dem Fehlen von genügend Sozialwohnungen begründet. Man lehne es bei der Diakonie ab, dass verschiedene Opfergruppen für politische Zwecke instrumentalisert werden.

Finanziert wird das Angebot durch die Diakonie und die Stadt Chemnitz. Außerdem werden Spendengelder eingesetzt.