Neue zeitgenössische Kunstausstellung in der Neustadt

Dresden - Das Kunsthaus in der Dresdner Neustadt startet erste eigene Kunstveranstaltung in der Corona-Zeit. Am Wochenende zum 20. Juni öffnet die zeitgenössische Ausstellung "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer". Hauptthema der Bilder, Dokumentationen und Installationen soll die Beziehung zwischen Zivilisation und Natur sein.

Die Künstlerische Leiterin Kristiane Mennicke-Schwarz erklärt, die Ausstellung spreche Themen an wie "Wie geht es mit der Natur weiter?" oder "Wie fühlt es sich an, draußen zu sein?". Es ginge darum, wie wir alle leben. Daher sei die Ausstellung auch interessant für ältere Besucher, gleichwohl die Kunst eher einen jungen Stil hat.

Mennicke-Schwarz ergänzt den Bezug der Ausstellung zur jungen Generation, die sich auch mit Themen wie dem Klimawandel auseinandersetzen muss. Insgesamt können Besucher die Werke von zehn Künstlern und Künstlerinnen sehen. Diese kommen nicht nur aus Berlin, wie Antje Majewski, Sonya Schönberger und Ulrike Mohr, sondern auch internationale Künstler wie Melanie Bonajo und Iza Tarasewicz. Zwei Räume sind dem österreichischen Künstler Lois Weinberger gewidmet, der leider im März verstorben ist.

Vincent Schier, Kuratorischer Mitarbeiter sagt, ein Grundbestandteil in den Werken Weinbergers sei die Verbindung von Mensch und Natur, die er immer als eine gemeinsame Kategorie gesehen hat. Ein Raum mit seinem Werk Invasion aus 2013 eröffnet den Rundgang im Kunsthaus.

Ein Teil der Ausstellung zeigt Volker Kreidlers "Dritte Landschaft", welche Fotografien aus Tschernobyl zeigt. Es soll dargestellt werden, wie sich die Natur nach dem Reaktorunglück den Lebensraum zurückerobert hat.
Ein weiteres Arrangement von Ulrike Mohr zeigt im Freiraum schwebende, geköhlerte Schindeln. In diesem Werk, welches in Bewegung einen blechernen Klang erzeugt, soll eine Symbiose aus Zerbrechlichkeit und Konservierung geschafft werden. Die Südtirolerin Gabriela Oberkofler arbeitet bei Ihrem Werk mit einer gefällten Birke aus der Dresdner Heide. Sie hat den Baum in die Einzelteile zerlegt und neu zusammengesetzt, um ein Beziehungsgeflecht zwischen Tier, Mensch und Natur darzustellen.

Gabriela Oberkofler sieht den Umgang des Menschen mit der Natur genau so. Die Natur wird zerstückelt und kontrolliert, erklärt die Künstlerin. Damit werden einzelne Lebenskreisläufe unterbrochen.

Einige Künstler, sowie das kuratorische Team werden am Eröffnungswochenende, den 20. und 21. Juni ab 11 Uhr vor Ort sein, um die Kunstwerke zu erklären. Da keine große, gesonderte Eröffnungsveranstaltung durchgeführt werden kann ist der Eintritt in die Ausstellung an diesen Tagen kostenlos. Weitere Informationen zu der Ausstellung gibt es unter: http://www.kunsthausdresden.de/