Neues EU-Projekt EPOurban unterstützt Hauseigentümer

Das Anliegen des EU-Projektes ist die verstärkte Einbeziehung privater Hauseigentümer in den Stadtumbau durch Unterstützung in Form von Beratungsleistungen. Mehrere europäische Städte und Institutionen arbeiten dabei zusammen.+++

Leipzig als leitender Projektpartner ist mit der Georg-Schumann-Straße und der Georg-Schwarz-Straße beteiligt. Weitere Partner sind die tschechische Hauptstadt Prag mit dem 11. Bezirk, Celje (Slowenien), Sopot (Polen), Bratislava (Slowakei), die Kernraumallianz Voitsberg mit den Gemeinden Koeflach, Baernbach, Maria Lankowitz und Voitsberg (Österreich), Bozen (Italien), die Academia Istropolitana Nova (Slowakei) als externe wissenschaftliche Begleiterin und das Aufbauwerk Leipzig.

Im Rahmen von EPOurban wird die Beratung von Eigentümern in Schwerpunkten der Stadterneuerung durch lokale Architekten, Immobilienfachleute und andere Experten bei der Erarbeitung tragfähiger Strategien zur Entwicklung ihrer Häuser organisiert. Dazu soll der Sachverstand lokaler Fachleute zusammengeführt werden, um entsprechende Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Das Projekt knüpft an die Arbeit der so genannten Beraterarchitekten an, die in den 1990er Jahren im Auftrag der Stadt Leipziger Hauseigentümer zur Modernisierung und Instandsetzung ihrer Gründerzeithäuser beraten haben.

Für Leipzig ist derzeit besonders die Belebung weitgehend leerstehender und unsanierter Altbauten entlang der Magistralen eine zentrale Aufgabe der Stadterneuerung. Die Stadt versucht, diese Belebung unter anderem zu initiieren, indem sie schrittweise die Aufenthaltsqualität der öffentlichen Räume und damit die Lagequalität der Immobilien verbessert, die Ansiedlung kleiner Unternehmen mit Fördermitteln unterstützt sowie Hauseigentümern Fördermittel für Instandsetzungen zur Verfügung stellt. EPOurban stellt hier ein weiteres Instrument dar. In Kooperation mit Eigentümern sollen finanzierbare, alternative Nutzungsangebote entwickelt werden, die geeignet sind, Interessenten zu finden und den Leerstand zu reduzieren. Gearbeitet werden kann hier mit Erfahrungen, die mit Projekten wie „Wächterhäuser“ und „Selbstnutzer“ gesammelt wurden.

Der Austausch mit den Projektpartnern bietet Leipzig die Chance, Arbeitsansätze zu überprüfen und neue Beratungsformen kennen zu lernen und gegebenenfalls zu etablieren. Sopot bietet bereits Beratung für private Eigentümer von historischen Gebäuden an. Prag möchte Lösungen für die gemeinsame Sanierung von Plattenbauwohnungen in seinem 11. Bezirk finden. Celje in Slowenien sucht z. B. nach Sanierungs- und Finanzierungsstrategien für seine Häuser aus dem 17. und 18.Jahrhundert. Den Städten der Kernraumallianz Voitsberg geht es um neuen Nutzungen für sanierte historischen Altbauren.

Der nächste Schritt nach der Bestandsaufnahme besteht darin, qualifizierte Beraterteams zusammenzustellen und die zu beratenden Pilotobjekte auszuwählen. Insgesamt entsteht im Projekt ein Lernprozess zwischen Städten, die bereits über Erfahrungen zum Thema Beratung verfügen, und weniger erfahrenen Städten.