Neues Leben im Felsenkeller

Nach Jahren der Sanierung wird im Felsenkeller endlich wieder das Tanzbein geschwungen. Schon jetzt laufen einige Veranstaltungen, die offizielle Wiedereröffnung wird am 21. Februar 2015 mit einem Ball gefeiert. +++

In Plagwitz ist eine „alte Lady“ aus ihrem Schlaf erwacht … Der Felsenkeller! Die meisten Leipziger kennen das Gebäude. Viele haben hier das Tanzbein geschwungen, Jugendweihe oder Abiball gefeiert. In den letzten Jahren ist es ruhig geworden um den Felsenkeller – doch nun soll der alte Charme wieder einziehen. Nur wenige Gebäude der Stadt können eine so bewegte Geschichte vorweisen. Schon nach der Eröffnung im Jahre 1890 diente der Felsenkeller als Konzert- und Ballsaal, außerdem wurde darin auch das Felsenkellerlichtkino betrieben. Und nicht zuletzt war das Gebäude in den 1930er Jahren Versammlungslokal der Leipziger Arbeiterbewegung. Unter anderem sprachen hier Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Clara Zetkin und Ernst Thälmann. Zu DDR-Zeiten wurde hier ebenfalls getanzt und gefeiert, doch an dem neobarocken Ballhaus nagte der Zahn der Zeit. Vor allem Mängel beim Brandschutz führten dazu, dass der Veranstaltungsbetrieb nach der Wiedervereinigung erst verkürzt und im Jahre 2007 schließlich ganz eingestellt werden musste. Denn die notwendige Sanierung war für die Eigentümergesellschaft finanziell nicht zu stemmen. Doch glücklicherweise bahnte sich mit der Teilsanierung eine Kompromisslösung an. Etwa eine Million Euro hat sie gekostet. Die Ergebnisse sind kaum zu sehen, denn das Meiste passierte im Hintergrund. Doch es reicht, um den Saal wiederzubeleben. Jörg Folta, der Chef der vor wenigen Wochen gegründeten Betreibergesellschaft, hat schon große Pläne. Neben Konzertveranstaltungen und Bällen soll der Felsenkeller auch für Lesungen, Parties und Subkultur-Events genutzt werden. Schon jetzt stehen einige Veranstaltungen an. Die offizielle Wiedereröffnung wird dann aber erst am 21. Februar gefeiert. Und zwar natürlich mit einem Ball mit dem passenden Namen „Wachgeküsst“. Mittelfristig soll aber der gesamte Felsenkeller samt Biergarten in neuem Glanz erstrahlen. Die Schönheitskur wird aber nicht billig. Laut Eigentümergesellschaft müssen noch einmal etwa eine Million Euro in das Gebäude gesteckt werden. Die Verantwortlichen hoffen inständig auf Fördermittel – bisher gabs für den Felsenkeller nämlich keinen Cent.