Neues Trinkwasser-Pumpwerk Dresden-Gorbitz lädt zum Tag der offenen Tür

Den DREWAG-Ingenieuren ist der Stolz auf das neue Pumpwerk anzumerken. Rund 1,7 Mill. EUR haben die Stadtwerke investiert, um die Versorgung mit Trinkwasser auf hohem Niveau zu sichern. +++

Helmut Zschiesche macht es einem leicht, mit ihm ins Gespräch zu kommen. „Bin gleich da!“ ruft der Graffiti-Künstler und turnt behände die Gerüstleiter herab. Unten angekommen, wischt er kurz die Farbreste von der Hand, ehe er sie dem Besucher reicht – Zschiesche kann mit Leuten umgehen. Das muss einer wie er auch, denn er arbeitet sozusagen unter den Augen der Öffentlichkeit. Und was er schafft, das prägt Dresdens Stadtbild mit. Gut zwei Dutzend DREWAG-Objekten hat Zschiesche ein unverwechselbares Gesicht gegeben – vor allem Gasdruckregelanlagen und Trafohäuschen. Nun also die Fassade des neuen Trinkwasser-Pumpwerks in Gorbitz, sein bisher umfangreichster Auftrag. „Das ist schon eine Herausforderung“, meint der Künstler nachdenklich, „es geht immerhin um 500 Quadratmeter!“ Auch wenn Zschiesche für flinkes Arbeiten bekannt ist – bis in den November hinein wird er fast täglich an seinem Gesamtkunstwerk auf der Braunsdorfer Straße feilen. Pardon, sprühen.

Kessel und Pumpen
Verantwortlich für das Projekt ist ein von Dorothea Jäger geleitetes Team der DREWAG NETZ GmbH. Ihm gehören auch Mirco Helbig und Reinhard du Vinage an, Bau-Ingenieur der eine, Wasserbau-Ingenieur der andere; beide haben in Dresden studiert. Und wenn ihr Metier auch eher die harten Fakten sind – ein paar Worte mit Helmut Zschiesche müssen sein. Dann geht es durch eine massive Metalltür (übrigens: wie alle DREWAG-Objekte wird auch das Gorbitzer Pumpwerk videoüberwacht) ins Innere. Von einem Podest aus, ist die Anlage gut zu überschauen; im Hintergrund die fünf wuchtigen Druckkessel, davor das so genannte Pumpwerk mit vier Förderpumpen mit einer maximalen Fördermenge von insgesamt 1740 m3/h sowie zahlreiche Leitungen und Rohre unterschiedlichen Durchmessers. Und über allem eine Geruchs-Melange aus fabrikneuen Aggregaten und frischer Farbe.

„Notwendig wurde der Bau des Pumpwerkes, weil die westliche Ableitung des Wasserwerkes Coschütz in naher Zukunft saniert werden muss“, erläutert Reinhard du Vinage. Dies bedeutet, dass die um 1980 dort verlegten Rohrleitungen ersetzt werden; damit während der Erneuerungsarbeiten die Bewohner im Dresdner Westen und Norden und in einigen Gebieten Radebeuls aber nicht auf dem Trockenen sitzen bleiben, wird das Pumpwerk Gorbitz nach seiner Inbetriebnahme sorgen. Es ist gewissermaßen eine Zwischenstation der neuen Rohrleitungsverbindung vom Hochbehälter Räcknitz.

Mirco Helbig weist auf eine weitere wichtige Aufgabe der neuen Anlage hin: „Sie ist so konzipiert, dass während einer Havarie, etwa einem Netzausfall, ein entstehender Druckstoß durch Wasserabschlag in ein Havariebecken abgefangen werden kann. Und: Nach den Sanierungsarbeiten an der westlichen Ableitung wird das Pumpwerk Gorbitz die Funktion der Redundanz erfüllen.“ Technisch gesehen meint dies „das mehrfache Vorhandensein funktional gleicher oder vergleichbarer technischer Ressourcen (meist aus Sicherheitsgründen), wenn diese für den störungsfreien Normalbetrieb nicht benötigt werden“. Überwacht und gesteuert wird das Pumpwerk vom Wasserwerk Coschütz aus; in der dortigen Warte laufen alle Messdaten zusammen und werden ausgewertet. Etwa ein Mal pro Woche wird ein DREWAG-Mitarbeiter im Pumpwerk nach dem Rechten sehen.

Information und Verständnis 
Doch schon in der ersten Bauphase 2008 musste umgeplant werden: Probleme mit dem Baugrund ließen die Verantwortlichen sogar über einen Standortwechsel nachdenken. Schließlich aber entschloss man sich für die Variante einer Bohrpfahlgründung – ergo steht das Pumpwerk auf 24 „Stelzen“, die acht Meter tief in den Gorbitzer Boden reichen. Da mag bei manchem Bewohner der Braunsdorfer Straße das Porzellan in der Schrankwand gescheppert haben … Und überhaupt, wie gingen die Menschen mit all den Beeinträchtigungen um, die ein solches Baugeschehen mit sich bringt? „Frühzeitige und umfangreiche Informationen sind das Eine“, meint Reinhard du Vinage, „gegenseitiges Verständnis das Andere.“ Ausdrücklich loben er und Mirco Helbig die enge Zusammenarbeit mit der Eisenbahner-Wohnungsbaugesellschaft eG und deren Mietern.Auch Helmut Zschiesches Arbeit ist Gegenstand des Interesses. Verhaltene Blicke hinter Gardinen, neugierige Fragen und ästhetische Debatten – er kennt alle Reaktionen, die Kunst im öffentlichen Raum hervorruft.

Und wer einen Blick hinter die von Zschiesche gestalteten Fassaden werfen möchte, dem sei der Tag der offenen Tür im neuen Pumpwerk Gorbitz empfohlen:

Samstag, 22. September 2012, ab 10.00 bis 14.00 Uhr,
Braunsdorfer Straße gegenüber der Nr. 85, 01159 Dresden.

Quelle: DREWAG

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