Neues Verkehrskonzept verabschiedet – Streit geht weiter

Stein des Anstosses ist weiterhin der Modal-Split. Die Regelung besagt, dass der Anteil von öffentlichem Nahverkehr, Fuß- und Radverkehr bis 2025 auf 70 Prozent steigen soll. Die IHK befrüchtet Nachteile für die Leipziger Wirtschaft. +++

Der Leipziger Stadtrat hat am Mittwoch auch eine bereits sehr lange heftig diskutierte Vorlage verabschiedet. Die Rede ist vom neuen Verkehrskonzept im Stadtentwicklungsplan.  Wer aber denkt, dass es um das Thema nun etwas ruhiger wird, der hat sich mächtig getäuscht!!

Drei Anläufe waren nötig um den umstrittenen Teil des Stadtentwicklungsplanes, kurz STEP, durch den Stadtrat zu bringen… und doch bleibt das Gefühl, das der Streit nun erst richtig los geht. Stein des Anstoßes ist vor allem der sogenannte Modal-Split. Der besagt, dass der Anteil von öffentlichem Nahverkehr, Fuß- und Radverkehr bis 2025 auf 70 Prozent steigen soll. Für die Industrie- und Handelskammer ist diese feste Regelung ein Dorn im Auge, es wird befürchtet, dass Fahrbahnen zugunsten von Radwegen verkleinert werden bzw. Auto und LKW-Fahrer sich öfter eine Spur mit der Straßenbahn teilen müssen. 

Dass manche baulichen Lösung auf Leipzigs Straßen nicht bei allen auf Gegenliebe stoßen, sehen auch die Grünen ein. Allerdings hoffen Sie sozusagen auch auf einen erzieherischen Effekt. Nur wenn z.B. Radfahren gefühlt sicherer wird, steigen die Menschen auch vom Auto auf den Drahtesel um, hieß es. 

Was bleibt ist der Streit um den Zwang, den sich die Stadt mit dem Verkehrskonzept selbst auferlegt. Und die IHK befürchtet einschneidende Folgen für die Leipziger Wirtschaft, schließlich könnten Händler, Handwerker oder Dienstleister ihre Waren nicht mit der Straßenbahn oder mit dem Rad transportieren.