Neujahrsansprache 2011 von Ministerpräsident Stanislaw Tillich zum Nachlesen!

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, 20 Jahre Freistaat Sachsen – Erinnern Sie sich an die grauen Städte, die kaputten Straßen? Haben Sie damals daran geglaubt, dass wir so viel schaffen werden?

„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

20 Jahre Freistaat Sachsen – Erinnern Sie sich an die grauen Städte, die kaputten Straßen? Haben Sie damals daran geglaubt, dass wir so viel schaffen werden? Ja, gerade jetzt im kalten Winter sieht und spürt man die Veränderungen am deutlichsten. Der Schnee ist weiß, und es riecht kaum noch nach Kohle. Diese Veränderungen, diese großartige Aufbauleistung ist unser aller Werk.

Ich danke allen Sachsen für ihren Mut, ihren Fleiß und ihre Leidenschaft. 2010 war für Sachsen ein gutes Jahr. Wir – Arbeitnehmer, Unternehmer und Politiker – haben es geschafft, das Land durch die Finanz- und Wirtschaftskrise zu steuern.

Es geht aufwärts: Die niedrigste Arbeitslosigkeit seit 1991 ist ein Beleg dafür. Der Tornado und das Hochwasser 2010 sind uns allgegenwärtig und noch in unguter Erinnerung. Wir Sachsen haben dabei Verantwortung füreinander übernommen. Noch sind nicht alle Folgen bewältigt. Aber wir sind auf gutem Weg. Gemeinsam werden wir auch diese Last schultern.

Wir haben in unserem Land eine solide Basis für 2011. Überall auf der Welt leiden Banken und Staaten unter einer erdrückenden Schuldenlast. Sachsens Haushalt für 2011 und 2012 ist schuldenfrei. Wir können sogar Schulden tilgen, eben weil wir nicht über unsere Verhältnisse leben. Weil Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, einschneidende Sparmaßnahmen mittragen. Damit bewahren wir uns und unseren Kindern alle Entwicklungschancen.

Wir haben die finanziellen Spielräume, damit Sachsens Wirtschaft weiter wachsen kann. So schaffen wir die Basis für gute Sozialpolitik. So ermöglichen wir Investitionen in die Zukunft. In exzellente Bildung, Forschung und Hochtechnologie. So bewahren wir uns unseren kulturellen Reichtum. So schaffen wir Einkommen und Wohlstand für die Sachsen.Wo wir füreinander Verantwortung übernehmen, wo wir uns umeinander kümmern, gewinnt unser Freistaat. Diese starke Gemeinschaft ist wichtig. Denn es kommen neue Herausforderungen auf uns zu.

Die Gesellschaft wird spürbar älter. Wir leiden unter Abwanderung. Es fehlen Fachkräfte im Arbeitsprozess, in der Forschung und in der Wissenschaft. Darauf gibt es keine einfachen Antworten. Ich setze auf das Miteinander der Generationen. Wir dürfen in unserer Gesellschaft die Erfahrungen und Kompetenzen der älteren Generation nicht brach liegen lassen. Wir müssen die Jungen halten, einbeziehen, ihnen vertrauen und ihnen vor allem Chancen geben. Mit den richtigen Ideen ist Sachsen eine gute Heimat für alle. Damit das so bleibt, planen wir vorausschauend für das nächste Jahrzehnt.Wir haben ein exzellentes Bildungssystem.

Wir sind schon heute ein Spitzenstandort für Forschung und Hochtechnologie. Da brauchen wir Sachsen keinen Vergleich mit Frankfurt oder München scheuen. Wir werden Sachsen zu einer Hochburg für Zukunftstechnologien ausbauen.

Jetzt geht es in die finale Etappe beim Aufbau Ost. Noch haben wir Rückenwind durch die Solidarität der westdeutschen Länder. Aber wir müssen ab 2020 aus eigener Kraft das Tempo halten. Dabei vertraue ich auf jeden von Ihnen. Ich sage: Wir Sachsen schaffen das, weil wir uns auf unsere Tradition,  Kultur und Geschichte stützen. Die sächsische Landesausstellung 2011 in Görlitz rückt die Verbindungen Sachsens zu seinen Nachbarländern in den Vordergrund. Wir sind gute und verlässliche Nachbarn. Darauf lässt sich Zukunft bauen.

Wir Sachsen sind weltoffen und auch in diesem Jahr gute Gastgeber. Bei den Spielen der Frauen-Fussball-WM wie beim Deutschen Evangelischen Kirchentag. Wir heißen unsere Gäste schon heute willkommen. Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, Ich bin überzeugt: Wir werden auch 2011 unser Land mit Mut, Fleiß und Köpfchen voranbringen.

Ihnen allen wünsche ich ein gutes, gesundes und gesegnetes Jahr 2011.“

Stanislaw Tillich

Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich wird am 1. Januar 2011 um 18.45 Uhr im MDR-Fernsehen eine Neujahrsansprache halten.

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