Neujahrsansprache 2015 von Ministerpräsident Tillich

Tillich hebt in seiner Neujahrsansprache die gute wirtschaftliche Lage im Freistaat hervor, geht aber auch auf die Asylproblematik ein. Die Rede im Wortlaut unter www.dresden-fernsehen.de +++

„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Sachsen! Vor Weihnachten bekommen wir besonders viel Post: Wir wünschen einander in der Familie, am Arbeitsplatz, im Verein, in der Kirche oder in der Nachbarschaft zum Neuen Jahr alles Gute. Und wir verbinden damit die Hoffnung, dass sich unsere Vorsätze verwirklichen, unsere Sorgen zerstreuen und unsere Erwartungen erfüllen lassen.

Wenn wir zurückschauen, auf das vergangene Jahr und auf die letzten 25 Jahre seit der Friedlichen Revolution, dann sehen wir: Sachsen hat sich gut entwickelt – so gut, wie es sich kaum jemand hätte träumen lassen. Das gilt für das vergangene Jahr – und das macht Mut für 2015: Die Arbeitslosigkeit ist auf dem niedrigsten Stand seit 1990. Die Beschäftigung nimmt weiter zu. Und die sächsische Wirtschaft wächst, solide und aus sich heraus.

Das ist kein Wunschdenken, sondern wird untermauert durch mehr als 70 Neuansiedlungen und fast 300 Erweiterungen von Betrieben im vergangenen Jahr. Davon werden wir alle profitieren. Sachsen zieht an. Sachsen ist längst kein „neues Bundesland“ mehr. Im Gegenteil: Unser Freistaat ist „erwachsen“. Und Sachsen ist anerkannt, in Deutschland und darüber hinaus. Darauf können wir aufbauen wenn es darum geht, wie sich unser Sachsen weiter entwickelt, damit es uns eine gute Heimat ist.

Das gilt auch für die neue Koalition aus CDU und SPD: Es ist unser Auftrag, Sachsen weiter voranzubringen. Wir werden Kontinuität wahren, wo sie richtig ist, und Dynamik entfalten, wo wir sie brauchen. Dazu gehört, dass wir uns um die Zukunft unserer Kinder kümmern: Alle ausscheidenden Lehrer werden ersetzt. Und in Kinderkrippe und Kindergarten wird zusätzliches Personal für eine bessere Betreuung sorgen.

Dazu gehört auch, dass sich jeder mit seinen Fähigkeiten entfalten kann. Und ― „jeder“ ― heißt: Ob Sachse oder nicht, ob hier lebend oder bei uns Zuflucht suchend. Helfen werden wir denen, die zu uns kommen, weil sie aus ihrer Heimat fliehen mussten, dass sie in Sachsen auch mit Kopf und Seele ankommen. So wie die Zuwanderer vergangener Jahrhunderte, die bei uns heimisch wurden. Heimisch werden heißt aber auch, unsere Sprache und Werte teilen. Vergessen wir nicht: Das Kultur- und Wirtschaftsland Sachsen ist auch durch Zuwanderer groß geworden. Immer dann, wenn Sachsen sich der Welt geöffnet hat, ging es uns gut.

Lassen Sie uns gemeinsam die Chancen sehen und ergreifen. Unsere Chancen ergreifen ― das ist für mich die Richtschnur. Wir Sachsen dürfen darauf vertrauen, dass wir gute Ideen haben und entschlossen anpacken. Mein Anliegen ist, dass alle Regionen in Sachsen weiter ihre Potentiale nutzen. Das gilt auch bei der Energiewende. Es geht dabei nicht nur um eine möglichst effiziente Braunkohleverstromung. Es geht um die Zukunft einer ganzen Region.

Ich werde deshalb nicht nachlassen, bis es eine verlässliche Perspektive gibt. „Energie“ brauchen wir auch, um die Herausforderungen, die vor uns stehen, zu meistern. Wir Sachsen wissen, wie das geht. Und wir werden uns immer dann einmischen, wenn es um Sachsens Zukunft geht.

Ich wünsche uns allen Gesundheit, Gottes Segen, damit 2015 wieder ein gutes Jahr für Sachsen, für unsere Heimat wird. Přeju wšitkim žohnowane, strowe nowe lěto.“

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