Neustart Kultur für das Japanische Palais in Dresden

Dresden - Für das Japanische Palais gibt es eine neue Nutzungsidee. Die barocke Anlage an der Elbe soll "Neues Saxonicum" werden - mit Kunst, Porzellan, Cinemathek, Kleine Eremitage sowie den Veranstaltungen des "Palais Sommers". Geplant ist ein Runder Tisch mit Kulturministerium und allen Beteiligten. 

Dass der Palais Sommer für die Dresdnerinnen und  Dresdner eine Veranstaltung von großer Bedeutung ist, hat sich auch unter den besonderen Umständen in diesem Jahr wieder einmal bestätigt. Seit über zehn Jahren zieht das beliebte Dresdner Festival für Kunst, Kultur und Bildung in den Sommermonaten Juli und August immer mehr Menschen in den Park hinter das Japanische Palais und bietet ihnen dort ein umfangreiches Programm, das Malerei, Konzerte, Lesungen, Yoga und vieles mehr umfasst. Dem Palais Sommer ist es gelungen, diesen
wunderbaren Ort im Herzen Dresdens auf besondere Art und Weise zu beleben. Und das mit Erfolg: Über 90.000 Menschen besuchten das Festival allein in diesem Jahr.

Im Laufe der letzten Jahre gab es viele verschiedene Konzepte zur Nutzung des Japanischen Palais. Nach Auffassung zahlreicher Bürgerinnen und Bürger hat das Haus mehr Potenzial, welches unbedingt genutzt werden sollte. Die Organisatoren des Palais Sommer haben bereits seit langem die Vision, das Festival zu erweitern und das Japanische Palais selbst als Veranstaltungsort während und auch außerhalb des Veranstaltungszeitraums im Sommer zu nutzen. Das historische Gebäude und der Park sollen zu einem lebendigen Ort werden, der allen offensteht, mit Kunst, Kultur und Bildung Menschen berührt und zum Impulsgeber für die Entwicklung der Gesellschaft wird. Ein entsprechendes Konzept dazu liegt bereits seit 2011 vor.

Jetzt sollen die Pläne konkretisiert werden. Aktuell wird ein Teil des Hauses durch die Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen, das Museum für Völkerkunde und die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden genutzt. Im Rahmen eines Pressetermins stellte das Palais Sommer Team das eigens erdachte Konzept für die künftige Nutzung von Haus und Park vor. Dieser Ansatz soll in erster Linie ein Impuls sein. Oberstes Ziel des Palais Sommer ist es, einen runden Tisch zu bilden und mit allen beteiligten Akteuren ein gemeinsames und ganzheitliches Konzept für den Park und das Haus zu entwickeln. Der Palais Sommer will kooperieren nicht konkurrieren.

 

© Palais Sommer

Durch eine gemeinsame Nutzung des Japanischen Palais könnten neue Synergien zwischen Festival und Haus geschaffen werden. Neben der ganzjährigen Fortführung der Veranstaltungsreihen des Palais Sommer im Haus, könnten auch neue Formate realisiert werden. Sämtliche Veranstaltungen werden eintrittsfrei bleiben. Konkret soll das Erdgeschoss des Hauses zur Veranstaltungsfläche mit Anbindung an den Park durch den Palais Sommer genutzt werden können. Auch der Innenhof soll Teil der Fläche werden. Das erste und zweite Obergeschoss sind nach wie vor den Museen vorbehalten und werden als Ausstellungsfläche genutzt.

Auch einen Namensvorschlag hält das Palais Sommer Team schon bereit: Entstehen soll das „Neue Museum Saxonicum“, in Anlehnung an den Namen nach dem Umbau des Gebäudes Ende des 18. Jahrhunderts.

Das Konzept sieht vor, im Gebäude eine Erlebniswelt Sachsen zu erschaffen - ein Lernort für Geschichte und Zukunft, der mittels innovativer Dauer- und Wechselausstellungen Wissen zur sächsischen Geschichte - auch Schülern - vermitteln soll. Diese Erlebniswelt umfasst verschiedene Bereiche, die den Themen Sächsisches Porzellan (in Kooperation mit der Porzellanmanufaktur Meissen), Naturkunde (durch die Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen), Sächsische Kunst (gemeinsam mit den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden), Medien (in Form einer Cinemathek Sachsen, die als Filmtheater und - archiv fungiert) und Interkulturelle Beziehungen (u.a. ist die Entwicklung einer „Kleinen Eremitage“ geplant; Ziel ist auch die Stärkung der Städtepartnerschaft zu St. Petersburg, des deutsch-russischen Kulturdialoges und das Schaffen eines neuen touristischen Magneten an diesem Ort) gewidmet sind.

Aufgrund der jahrelangen Expertise, vor allem im Veranstaltungs- und Medienbereich, ist der Palais Sommer ein starker und kompetenter Partner. Das vorgestellte Konzept soll der Grundstein für eine Zusammenarbeit aller Akteure und die Entwicklung einer gemeinsamen und ganzheitlichen Lösung für die Nutzung des Hauses und des Parks sein. Mitte August wurde eine Petition ins Leben gerufen, die sich an den Sächsischen Landtag richtet. Bereits über 3.300 Menschen haben die Petition gezeichnet und sich für ein gemeinsames Konzept ausgesprochen. Der Palais Sommer möchte sich mit dieser Petition für sein Konzept in diesem partizipativen und demokratischen Prozess bei den Bürgerinnen und Bürgern rückversichern.

Die Petition findet man unter: https://www.openpetition.de/petition/online/gesamtkonzept-fuer-dasjapanische-palais-haus-und-park-in-dresden-als-lebendiger-offener-ort

© Sachsen Fernsehen