„New Creations“ zeigt neue Welt

Dresden - In der Weltpremiere "New Creations" der Dresden Frankfurt Dance Company zeigt der Choreograf Jacopo Godani verschiedene Perspektiven auf Raum, Choreografie und Verkörperungen. Zwei Welten verschmelzen zu einer einzigartigen Performance. 

Unit in Reaction schafft neue Realitäten. Vermeintlich Vertrautes wird durch Unerwartetes gebrochen. Die Tänzerinnen und Tänzer passen sich dieser ungewohnten Umgebung an und agieren von Situation zu Situation neu. Sie beseelen dadurch die Choreografie und Dramaturgie und den Umgang mit Objekten. Godani konzipiert Umgebungen und Landschaften, denen Verborgenes innewohnt. Er gibt dem Publikum Raum, unerforschtes Terrain zu erkunden, in dem sich die Choreografie durch verschiedene Ebenen bewegt. Nichts verschwindet vollständig in diesem unerforschten Bereich – was bisher geschah, führt das Kommende fort.

© Sachsen Fernsehen
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In Unit in Reaction arbeitet Godani erneut mit dem Komponistenduo 48nord zusammen, die der Choreografie mit einem faszinierenden elektronisch-musikalischen Horizont begegnen. Jacopo Godani entschied sich bei Al di Là für eine narrative musikalische Komposition. Verklärte Nacht ist eine Art Sinfonische Dichtung und beschreibt außermusikalische Inhalte mit musikalischen Mitteln für Orchester. Jacopo Godani schafft einen gänzlich neuen Kontext für Schönbergs musikalische Komposition. Er erneuert die Einladung an das Publikum, eine andere Welt zu betreten und der Vision unendlicher Veränderungen nachzusinnen.

Choreografie, Kostüm und Bühnenbild verwandeln die Tänzerinnen und Tänzer in immer neu belebte Wesen – im Begriff etwas aufzuführen, das noch nicht existiert. Menschwerdung scheint ihrem Willen anvertraut, ihre Bewegungen tragen Züge einer abstrakten Erzählung. Die ästhetische Annäherung an die Erfahrung der Metamorphose erneuert diese poetische Welt und entwickelt die Bühne als repräsentativen Raum zu einem mythischen Narrativ. In Unit in Reaction und Al di Là bergen die Bühnenbilder ein Geheimnis, welches das Publikum in zwei neue Dimensionen einlädt.

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Diese Welten lassen sich nicht durch Worte begreifbar machen, sie brauchen die Bühne um verkörpert zu werden, um die Differenz spürbar werden zu lassen, die diese neuen Wirklichkeiten trennt. Ungebändigt werden immerzu Räume erschaffen – nie gänzlich erfassbar, aufgeladen mit einem Flüstern in die Zukunft.