Noch kein Baustart für Regenüberlaufbecken in Sicht

Chemnitz – Lange war gestritten worden, wo das große unterirdische Regenüberlaufbecken in Chemnitz überhaupt errichtet werden soll.

Schließlich war der Chemnitzer Stadtrat im März 2015 dem Vorschlag der Verwaltung und des städtischen Entsorgungsbetriebes gefolgt und hatte den Stumpf der Brückenstraße als Standort ausgewählt.

Eigentlich hätte Ende des vergangenen Jahres bereits der Spatenstich erfolgen sollen – doch während der Tiefenplanung ist es beim ESC zu Verzögerungen gekommen. Angaben zur genauen Ursache gibt es nicht. Allerdings seien die Bauarbeiten aufgrund des Baugrundes und der Verkehrsführung sehr kompliziert, heißt es von Seiten des ESC.

Deshalb könne man auch noch keinen konkreten Termin für den Baustart nennen. Wenn dieser feststeht, sollen die Anwohner zügig und genau informiert werden. Diese hatten sich in der Vergangenheit bei Bürgerinformationsveranstaltungen stets kritisch über den geplanten Standort geäußert. Vor allem bangten und bangen die Anwohner um ihre Pkw-Stellplätze und befürchteten übermäßigen Lärm und Dreck bei den Bauarbeiten.

Am Bau des Regenüberlaufbeckens führt allerdings kein Weg vorbei. Bislang hatte die Stadt ihr Niederschlags- und Schmutzwasser ungeklärt in den Chemnitzfluss geleitet. Dies ist gesetzlich nicht mehr erlaubt.

Deshalb soll nun in zwei Jahren Bauzeit ein 4.000 Kubikmeter fassendes, hochwassersicheres Speicherbecken mit Trennbauwerk unter der Straße entstehen, die dafür komplett geöffnet werden muss. Anschließend soll der gesamte Freibereich neu gestaltet werden.

Die Verzögerungen bei der Planung haben auch Auswirkungen auf die Kosten. So werden die 2015 angepeilten 16,5 Millionen Euro wohl nicht für die Errichtung des Regenüberlaufbeckens ausreichen.