Nördlicher Auenwald geflutet

Am Sonntagnachmittag wurde das Auslaufbauwerk Nahle-Wehr geöffnet. Die Stadt will so Teile des Auenwaldes kontrolliert fluten, um den Druck von den Deichen zu nehmen. Damit soll die gefährliche Hochwassersituation in Leipzig entschärft werden. Sehen Sie hier die Bilder vom Auenwald nach der Wehr-Öffnung.

Die immer noch steigenden Pegelstände der Weißen Elster führen dazu, dass jetzt das Nahlewehr – eines der drei Elsterbeckenabschlusswehre – kontrolliert geöffnet wird. Damit werden Bereiche des nördlichen Auwaldes (Burgaue, westlich der Gustav-Esche-Straße) geflutet, um so den Druck auf die Deiche zu vermindern. Dies ist das erste Mal seit dem Bau 1960, dass das Wehr geöffnet wird.

Wohnhäuser im an den Auwald angrenzenden Leipziger Ortsteil Böhlitz- Ehrenberg sind von dieser Flutung nicht betroffen. „Nach Analyse der Gefahrenlage sind sich die Experten einig, dass diese Maßnahme notwendig ist und größeren Schaden verhindert.“, unterstreicht Leipzigs Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal.

Die betroffenen Zufahrtsstraßen sind gesperrt, Fußund Waldwege mit Warnschildern gekennzeichnet. Mitarbeiter des Amt für Umweltschutzes, der Branddirektion, des Ordnungsamtes und des Amtes für Stadtgrün und Gewässer sind mit Unterstützung durch die Polizei vor Ort und informieren Spaziergänger und Passanten über die eingeleitete Flutung. Darüber hinaus kontrollieren Mitarbeiter ständig die Deiche der Weißen Elster von der Stadtgrenze an, um mögliche Schäden frühzeitig zu erkennen.

Speziell für besorgte Bewohner von Böhlitz-Ehrenberg hält die Branddirektion außerdem gefüllte Sandsäcke bereit. Diese können am Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Böhlitz-Ehrenberg (Leipziger Straße/Ecke Schönauer Straße, gegenüber Parkplatz Penny-Markt) kostenlos abgeholt werden.
Seit Sonntagmorgen gilt für die Weiße Elster die Hochwasser-Alarmstufe 3.

Bis in die frühen Montagmorgenstunden rechnen die Experten mit einem weiter ansteigenden Pegel. Auch an der Parthe steigt gegenwärtig der Pegel immer noch an. Möglicherweise wird auch für diese noch heute Alarmstufe 3 ausgerufen werden müssen. Ein Team von Fachleuten und Mitarbeitern – insgesamt rund 250 Personen – des Dezernates Umwelt, Ordnung, Sport (Amt für Umweltschutz, Branddirektion, Ordnungsamt, Amt für Stadtgrün und Gewässer) unter Leitung des Bürgermeisters und Beigeordneten für Umwelt, Ordnung, Sport, Heiko Rosenthal, ist deshalb in enger Abstimmung mit der Landestalsperrenverwaltung, den benachbarten Landkreisen, dem THW und der Polizeidirektion Leipzig rund um die Uhr im Einsatz.