NPD-„Brandstiftertour“ stößt auf Widerstand

Es ist ein kalter, regnerischer Dienstagmorgen vor der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Chemnitz.

Hier verbringen derzeit vor allem Flüchtlinge aus Nordafrika vier bis sechs Wochen, bevor sie entweder abgeschoben oder auf Asylbewerberheime in den verschiedenen Landkreisen verteilt werden.

Vor und in der Einrichtung ist es ruhig, doch ein paar hundert Meter entfernt ist es anders.

Hier haben sich zahlreiche Chemnitzer versammelt, die gegen einen Aufmarsch der NPD protestieren wollen.

Ein breites Bündnis von Parteien, Gewerkschaften und Vereinen, aber auch Einzelpersonen zeigen an diesem Morgen Gesicht gegen Rechts. Der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Jugendorganisation der SPD organisierten Kundgebungen unter dem Motto „Asyl und Religionsfreiheit sind Menschenrecht“.

Interview: Tim Jungmittag – Vorsitzender der Jusos Chemnitz

Die rund 30 NPD-Anhänger haben sich rund 100 Meter entfernt postiert und halten ihre Kundgebung an einer Kreuzung ab.

Auch wenn ihre Parolen an dieser Stelle im luftleeren Raum verpuffen, so werden ihre Bestrebungen auf der Seite der Gegendemonstranten nicht unterschätzt.

Interview: Volkmar Zschocke – (Die Grünen) Sprecher des Landesvorstandes

Die NPD wird ihre umstrittene Tour in weiteren sächsischen Städten fortsetzen. Auch dort ist Widerstand angekündigt worden.

In Chemnitz wurde bereits heute ein Zeichen gegen rechtsextremes Gedankengut gesetzt und dass schlechtes Wetter kein Grund ist, keine Zivilcourage zu zeigen.