Oberbürgermeister besucht „Wachstumschampion 2016“

Das Leipziger Unternehmen energy2market zählt laut einer Statistik vom Magazin FOCUS zu den wachstumsstärksten Unternehmen Deutschlands. Burkhard Jung hat dem virtuellen Kraftwerk einen Besuch abgestattet.

Schwankende Strommengen flexibel und ertragreich am Markt zu verkaufen – das ist die Geschäftsidee von energy2market. Mit ihrem sogenannte „Virtuellen Kraftwerk“ verdienen die Leipziger mittlerweile Millionenbeträge. Erst vor kurzem ist das Unternehmen im Wettbewerb „Wachstumschampion 2016“ von der Zeitschrift Focus geehrt worden. Geschäftsführer Andreas Keil erkärt das grobe Prinzip des virtuellen Kraftwerks.

Interview Andreas Keil, Geschäftsführer energy2market GmbH:

„Also im Grunde funktioniert das ganz einfach: Es gibt heute ganz viele verstreute kleine Erzeugungsanlagen, z.B. Blockheizkraftwerke. Und die bekommen von uns eine kleine Schnittstelle. Über die kommunizeieren sie mit unserem zentralen Rechensystem und erhalten von dem Signale wie sie ihre Erzeugung erhöhen oder absenken können. Und ja, damit verdienen sie dann Geld.“

Insgesamt erzeugen die kleinen und mittleren Stromanbieter eine Leistung  von 3530 Megawatt. Dies ergibt rund 40% des sächsischen Bruttostromverbrauchs. Auch Oberbürgermeister Burkhard Jung, der sich am Dienstagvormittag einen Eindruck vom virtuellen Kraftwerk verschafft hat, zeigt sich beeindruckt vom Konzept des Start-Up-Unternehmens.

Interview OB Burkhard Jung:
„Ich denke das ist ja die Zukunft, dass wir uns alle miteinander auf diesen Weg begeben müssen ‚Wie organisieren wir eine sichere Energieversorgung so, dass wir unabhängig werden von den großen Ressourcen dieser Welt?‘ Und da ist natürlich Wind, Biomasse, Solar, Erdwärme, alle Möglichkeiten so zu koppeln und zu verbinden, dass man letzlich die Idee hat autonom sich selbst zu versorgen ohne Ressourcenverbrauch. Und da ist, denke ich, dieser Ansatz die vielen kleinen Anbieter zu verkoppeln und zu vermitteln hervorragend und ,denke ich, auch die Zukunft.“

Das 2009 in Leipzig gegründete Unternehmen verkauft die Strommengen mittlerweile nicht mehr nur in Deutschland. Über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus geht der Strom auch nach Italien, Polen, Finnland und Österreich. Zukünftig soll aber noch weiter expandiert werden.

Interview Andreas Keil, Geschäftsführer energy2market GmbH:
„Wir bekommen immer mehr Anfragen aus dem Ausland, um die Möglichkeiten, die wir hier entwickelt haben auch zu exportieren. Dem gehen wir jetzt nach und so gehe ich davon aus, dass wir vielleicht in einem oder zwei Jahren in sechs oder sieben Ländern aktiv sein werden.“

Vor wenigen Tagen wurde zudem eine hauseigene Akademie gegründet. So soll auch der Zuwachs an Mitarbeitern künftig gewährleistet werden.