Oberlausitzer Perspektiven – Kulturelles Gedenken an jüdisches Leben

Weißenberg- Seit dem Jahr 321 leben nachweislich Juden auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Mit einer Veranstaltung in Weißenberg ist nun an 1.700 Jahre jüdisches Leben gedacht worden. Im Focus: das polnische Dorf Kreisau.

Musiker des Kammerensembles Krzyżowa-Music lassen im Schloss Gröditz in Weißenberg an 1.700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland gedenken. Musik, Text und Kultur an verschiedenen Orten in der deutschen und polnischen Oberlausitz sowie in Liberec zum Klingen bringen: das ist das Ansinnen der Veranstaltungsreihe „Oberlausitzer Perspektiven“ - eingebettet in das jüdische Jubiläum. Jüdische Kulturtraditionen hautnah erfahrbar zu machen, dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit der Stiftung Kreisau, dem deutschen Wort für das polnische Dorf Krzyżowa.

Die Besucher bekamen Stücke von Dmitri Schostakowitsch und Mieczysław Weinberg zu hören, die sich seinerzeit von jüdischer Folklore haben inspirieren lassen. Auch die Geschichte des Ortes Kreisau wurde an diesem im Rahmen einer Gesprächsrunde näher gebracht. Der sogenannte Kreisauer Kreis war eine Widerstandstruppe, welche sich gegen den Nationalsozialismus positionierte.

Die Idee zu den Oberlausitzer Perspektiven wiederum kam über das Sechsstädtebundfestival "Kommen und gehen", welches neues Publikum für die klassische Musik gewinnen möchte. Die dunklen Kapitel der Oberlausitz und ihrer Nachbarregionen sind für die Programmgestaltung eine der Inspirationsquellen.

Im Rahmen der "Oberlausitzer Perspektiven" entstehen des Weiteren Lichtinstallationen zu ausgewählten Themen, welche die jüdische Diaspora kennzeichnen, sprich, die unfreiwillige Zerstreuung und Verteilung der Juden. Ein eben solches Werk von Claudia Reh wurde zur Abenddämmerung an das Schloss Gröditz projiziert, womit der Abend in Weißenberg ausklang.