Ökolöwe: Stadt Leipzig verwendet zu wenig umweltfreundliches Papier

Schonung natürlicher Ressourcen: Ökolöwe fordert Umstellung auf 100 % Recyclingpapier in der Stadtverwaltung und den Leipziger Schulen. Lesen Sie hier bei LEIPZIG FERNSEHEN eine Aufforderung des Ökolöwen Leipzig an die Stadt Leipzig:

Beim bundesweiten Städtewettbewerb „Papieratlas 2010“ schneidet Leipzig schlecht ab – lediglich 46,9 Prozent beträgt der Recyclingpapier-Anteil am Gesamtverbrauch von Büropapier. In Bonn, Essen und Halle (Saale) dagegen verwenden Stadtverwaltung und Schulen zu 100 Prozent Recyclingpapier. Ihr ökologisches Engagement können Städte mit dem „Papieratlas“ der Initiative Pro Recyclingpapier transparent und messbar darstellen.

Der Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V. fordert die Stadt Leipzig auf, eine Vorbildfunktion zu übernehmen und ebenfalls die ausschließliche Verwendung von Recyclingpapier in Verwaltung und Schulen durchzusetzen. Dadurch könnten wertvolle Ressourcen wie Wasser und Energie sowie CO2 eingespart werden. Die vollständige Umstellung verlangt jedoch eine einheitlich bindende Regelung für sämtliche Beschaffungsstellen der Stadtverwaltung. Der vor Jahren bereits erreichte Anteil von 90 Prozent Recyclingpapier brach massiv ein, nachdem 2004 die Vorgaben des Einkaufshandbuchs der Stadt geändert wurden.

Handlungsbedarf bestätigte die Stadtverwaltung schon vor zwei Jahren, als Leipzig beim „Papieratlas 2008“ auf einem der hinteren Plätze landete. Seitdem aber hat sich die Recyclingpapier-Quote im Bürobereich sogar noch verschlechtert. Schulen werden in den Wettbewerb gar nicht miteinbezogen. Auch hier, so die Forderung des Ökolöwen, sollte die Quote sowie der Papierverbrauch erfasst werden.

Um natürliche Ressourcen zu schonen, ist die vollständige Umstellung auf Recyclingpapier durch eine Sparquote zu ergänzen. Der hohe Papierverbrauch in der Stadtverwaltung ließe sich bereits durch doppelseitiges Drucken erheblich reduzieren. Der Ökolöwe fordert darüber hinaus einen Beschluss zum klimaneutralen Drucken. Auch die Verwendung von ökologischen Farben bei allen städtischen Druckerzeugnissen sollte beschlossen werden. Ökofarben bestehen zum überwiegenden Teil aus regenerativen Rohstoffen. Damit unterscheiden sie sich deutlich von konventionellen, mineralölhaltigen Druckfarben.

Die Ergebnisse des „Papieratlas 2010“ zeigen, dass ein hoher Einsatz von Recyclingpapier in den Kommunen problemlos möglich ist. Besonders deutlich wird das am Beispiel des Wettbewerbssiegers Halle (Saale) – die Stadt erhöhte innerhalb eines Jahres ihre Recyclingpapier-Quote von 13 auf 100 Prozent.

Unterstützt wird der „Papieratlas“ vom Bundesumweltministerium, da der Wettbewerb positive Handlungsimpulse für eine Umstellung auf Recyclingpapier auslöse und eine nachhaltige Beschaffungspolitik der Städte fördere.

Quelle: Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V.