Ökolöwe: Stadtgarten Connewitz droht Schließung

Nach über 15 Jahren erfolgreicher Bildungs- und Beratungsarbeit droht dem Stadtgarten Connewitz des Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V. jetzt das „Aus“: das Amt für Stadtgrün und Gewässer des Leipziger Umweltdezernates will dem Stadtgarten in 2011 nur noch 5.500 Euro Fördermittel zur Verfügung stellen. Lesen Sie hier die Mitteilung der Umweltbund Leipzig e.V. zur drohenden Schließung:

Nach über 15 Jahren erfolgreicher Bildungs- und Beratungsarbeit droht dem Stadtgarten Connewitz des Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V. jetzt das „Aus“: das Amt für Stadtgrün und Gewässer des Leipziger Umweltdezernates will dem Stadtgarten in 2011 nur noch 5.500 Euro Fördermittel zur Verfügung stellen. Lesen Sie hier die Mitteilung der Umweltbund Leipzig e.V. zur drohenden Schließung:

Nach über 15 Jahren erfolgreicher Bildungs- und Beratungsarbeit droht dem Stadtgarten Connewitz des Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V. jetzt das „Aus“: das Amt für Stadtgrün und Gewässer des Leipziger Umweltdezernates will dem Stadtgarten in 2011 nur noch 5.500 Euro Fördermittel zur Verfügung stellen. Lesen Sie hier die Mitteilung der Umweltbund Leipzig e.V. zur drohenden Schließung:

2010 betrug die Unterstützung aus dem Amt noch 17.250 Euro. Die von den Umweltvereinen im Oktober mit dem offenen Brief „Quo vadis kommunales Umweltengagement in Leipzig?“ öffentlich gemachte existenzgefährdende Finanzausstattung von Umweltbildungsprojekten in Leipzig wird damit noch über die befürchteten Ausmaße hinaus bestätigt.

Fast 3.000 kleine und große Gäste haben dieses Jahr im Rahmen von über 100 Veranstaltungen den Stadtgarten Connewitz besucht. Ein Großteil dieser Veranstaltungen war im Bereich Umweltbildung angesiedelt. Allein sechzig Schulklassen und Kindergartengruppen aus ganz Leipzig haben 2010 im Stadtgarten erlebnis- und erfahrungsreiche Stunden verbracht und auch für das kommende Jahr gibt es bereits die ersten Anmeldungen – umsonst?

Der Stadtgarten Connewitz wurde ab 1993 vom Ökolöwen in aufwendiger Arbeit aus einem verwilderten alten Schulgartengelände geschaffen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins waren neben der Betreuung des Stadtgartens auch an der Konzipierung und beratenden Umsetzung der städtischen Aktionen und Programme „Steinbrech“ (zur Bepflanzung von Brachflächen), „Klettermax“ (zur Fassadenbegrünung) und zur Schulhofbegrünung beteiligt und haben so wesentlich zur Verbesserung der Grünausstattung in ganz Leipzig beigetragen. Als „grüne Oase“ (eine von Besuchern geprägte und geläufige Beschreibung für den Stadtgarten), als Beratungszentrum und als Umweltbildungsstandort steht der Stadtgarten Connewitz symbolisch für eine ökologisch bewusste Stadtentwicklung, für die Notwendigkeit zur Schaffung von naturnahen Freiräumen innerhalb Leipzigs, und für die soziale Breitenwirkung gemeinnütziger Arbeit sowie ehrenamtlichen Engagements.

Mit Gesamtkosten von rund 54.000 Euro im Jahr bewerkstelligt der Verein den sächlichen und personellen Unterhalt des 4.300 qm großen Geländes, einschließlich der Veranstaltungen, der umfangreichen Öffnungszeiten, der gärtnerischen wie pädagogischen Betreuung.

Um zu ermessen, wie viel 54.000 Euro Jahresbudget für diese Aufgaben sind, wie viel „prekäre Arbeitsleistung“ und Ehrenamt bereits in diesen Angeboten des Stadtgartens stecken, ein Vergleich: eine durchschnittliche Personalstelle im Amt für Stadtgrün und Gewässer (ASG) kostet rund 56.000 Euro im Jahr. Von den 54.000 Euro des Stadtgartens Connewitz wurden bisher 17.250 Euro (32 Prozent) vom ASG durch seine Förderung getragen. Die Kürzung der Förderung auf 5.500 Euro würde dem Garten nun gänzlich die Existenzgrundlage entziehen – während die Stadtverwaltung erst in diesem Jahr beschlossen hat, die Deklaration „Biologische Vielfalt in Kommunen“ zu unterzeichnen!

Dass die Umweltschutz- und Umweltbildungsarbeit der Leipziger Vereine in der Stadtverwaltung scheinbar überhaupt keine Relevanz mehr besitzt, zeigen auch die anderen Positionen des Haushaltsentwurfes 2011: so soll, entgegen der Zusagen auf eine fünfjährige stabile Förderung, auch der Zuschuss für die Auwaldstation in Lützschena von 35.000 auf 27.400 Euro und der allgemeine Fördertopf für die Arbeit aller Umweltvereine von 88.000 auf 75.000 Euro reduziert werden. Für die Umweltbildungs- und Umweltschutzarbeit aller Vereine, samt den z.T. fünf Tage pro Woche zur Verfügung stehenden Leistungen von Auwaldstation, Stadtgarten und Umweltbibliothek, sollen damit 2011 nur noch 108.000 Euro zur Verfügung stehen – insgesamt weniger als zwei Personalstellen in der Verwaltung.

Während die großen Themen „Umweltschutz“ und „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ seitens der Stadt verbal immer wieder hoch gehalten werden, müssen in der Praxis die Akteure mit immer knapperen Mitteln arbeiten. Durch die erneuten Kürzungen kollabieren gewachsene Strukturen im Bereich Umweltengagement und Naturschutz, die mit ihrer Arbeit über viele Jahre eine Menge für die Lebensqualität in Leipzig geleistet haben.

Der Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V. fordert die politischen Handlungsträger der Stadtratsfraktionen zu einem klaren Bekenntnis für Naturschutz und Umweltbildung in Leipzig auf. Wir bitten sie, dafür zu sorgen, dass gemeinnützige Einrichtungen, die mit einem Minimum öffentlicher Förderung ein Maximum an Leistungen für eine ökologisch nachhaltige Entwicklung in Leipzig erbringen, auch 2011 nicht schließen müssen. Die Kürzungen in der Umweltschutzförderung müssen sofort revidiert werden.

Quelle: Ökolöwe – Umweltbund Leipzig e.V.