Offener Brief an OBM Burkhard Jung: „Sie haben beim Kita-Ausbau viel versäumt.“

Schon lange setzt sich die Leipziger Kita-Initiative dafür ein, dass die Messestadt kinderfreundlicher wird. Dass soll laut dem Oberbürgermeister auch umgesetzt werden. In einem offenen Brief hinterfragt die Initiative nun das Vorhaben. +++

Vor allem die Frage, ob die Pläne der von Burkhard Jung (SPD) angeführten Stadtverwaltung realisitisch seien, wird in dem offenen Brief thematisiert: „Allein im Jahre 2013 wollen Sie nun 24 Kitas (12 Neubauten, 11 Erweiterungsbauten, 1 Ersatzbau) bauen, dies und die Aufstockung der Tagespflege soll zur Schaffung von 2.488 Plätze führen. Sie wollen in einem Jahr die Hälfte von dem schaffen, was Sie in 6 Jahren geschaffen haben. Wir begrüßen die Ziele ausdrücklich, wundern uns allerdings über die ambitionierten Pläne gerade im Wahlkampfjahr. Außerdem lassen nicht nur die Zahlen, sondern auch unsere Erfahrungen den Schluss zu, dass Sie in den vergangenen Jahren beim Kita-Ausbau viel versäumt haben.“

Ab dem 1. August 2013 gilt der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Die Initiative bemängelt dahingehend, dass viele von der Stadt geplanten Einrichtungen erst weit nach diesem Datum überhaupt fertig gestellt werden: „Bei den meisten Bauvorhaben ist die Fertigstellung für das 4.Quartal 2013 geplant, davon sogar die Meisten erst im Dezember 2013. Zu dem machen wir uns große Sorgen, dass einige Bauvorhaben gar nicht realisiert werden. Dies konnten wir in der Vergangenheit zu häufig beobachten, in den Plänen tauchten Kitas auf, die nie weiterverfolgt wurden, beispielsweise: Karl-Liebknecht-Straße 30-32, Puschstraße 9, usw., daher unsere Frage: Wie realistisch sind ihre Pläne?“

Aber nicht nur die reinen Bauvorhaben bereiten der Leipziger Kita-Initiative Sorgen: „Wir sehen uns konfrontiert mit einem Erzieher/innen-Mangel. Bei 2.488 Betreuungsplätzen und einem Betreuungsschlüssel von 1:13 (im Krippenbereich 1:6) brauchen wir 190 neue Erzieher/ innen. Welche Maßnahmen haben Sie ergriffen, um den Erzieher/innen-Mangel entgegenzuwirken? Zeichnen sich Qualitätseinbußen ab?“

Abschließend fordert der Verbund Burkhard Jung auf, diese und andere Fragen im offenen Brief bis zum 25. Januar zu beantworten. So soll den Eltern die Chance gegeben werden, bei der OBM-Wahl am kommenden Sonntag bestmöglich abstimmen zu können.

+++ Den kompletten Brief der Kita-Initiative finden Sie hier. +++