Onleihe-Verbund „Liesa“ erhält Sächsischen Bibliothekspreis 2015

In „Liesa“ (library community for e-lending in Saxony) arbeiten 31 Stadt- und Gemeindebibliotheken aus allen fünf ländlichen Kulturräumen zusammen. Nutzer können sich jederzeit E-Books kostenlos herunterladen. +++

Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange hat heute in Döbeln den sächsischen Bibliothekspreis 2015 an den Onleihe-Verbund „Liesa“ vergeben. In „Liesa“ (library community for e-lending in Saxony) arbeiten 31 Stadt- und Gemeindebibliotheken aus allen fünf ländlichen Kulturräumen zusammen. Über die Internet-Seiten der jeweiligen Bibliotheken können sich die Nutzerinnen und Nutzer jederzeit E-Books kostenlos herunterladen. Die Bibliothek Döbeln koordiniert diese Partnerschaft. „Die Spannweite des Verbundes reicht von Seifhennersdorf im Osten bis Treuen im Westen, von Borsdorf im Norden bis Olbernhau im Süden. Mit ihrem digitalen Angebot präsentieren sich die Liesa-Bibliotheken als moderne Bildungs- und Freizeiteinrichtungen, die rund um die Uhr online   verfügbar sind. Hervorzuheben ist die erfolgreiche Eigenorganisation der beteiligten Bibliotheken“, heißt es in der Begründung der Jury. Die Ehrung ist mit einem Preisgeld von 4000 Euro dotiert. Der Sächsische Bibliothekspreis wird vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst in Kooperation mit dem Landesverband Sachsen im Deutschen Bibliotheksverband e.V. ausgelobt.

Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange erinnert: „Die digitale Welt hat man noch vor Jahren als Bedrohung für das Bibliothekswesen, für das Buch überhaupt, empfunden. Doch haben sich solche Befürchtungen nicht in realen Schreckensszenarien bewahrheitet. Die Bibliothek integriert die neuen Medien – so zum Beispiel in Form von Internet- und CD-tauglichen Computern und Online-Ausleihe – und beherzigt verändertes Leseverhalten. Anders gesagt, die Bibliothek bietet neben Büchern nun auch die neuen Medien, um auch im strukturschwachen ländlichen Raum die kulturelle Teilhabe weiter zu verbessern.“ Die Ministerin ergänzt: „Wie zum Beweis hat sich die Jury beim Sächsischen Bibliothekspreis für ein Projekt entschieden, das in hervorragender Weise den Umgang mit neuen Medien pflegt und und diese im Verbund zunutze macht. Weil der Onleihe-Verbund Liesa ohne zusätzliche Kosten schnell und von jedem Ort aus den Zugang zu Belletristik, Kinder-, Sach-, Hörbüchern und Zeitschriften bietet, ist er besonders in ländlichen Regionen oder für Menschen wichtig, die nicht so mobil sind. Besonders imponiert mir die Zusammenarbeit der Bibliotheken über die Grenzen der Kulturräume hinweg.“

Prof. Dr. Arend Flemming, Geschäftsführer des Landesverbandes Sachsens im Deutschen Bibliotheksverband e.V. lobt: „Auf den Onleihe-Verbund Liesa können wir in Sachsen sehr stolz sein. Nur mit Partnerschaften und Kooperationen nach diesem Vorbild meistern die Bibliotheken die großen Herausforderungen der Zeit, sei es die Digitalisierung der Medienwelt oder, ganz aktuell, die Bewältigung der Integrationsaufgaben.“

Prof. Dr. Thomas Bürger, Generaldirektor der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, erklärt in seiner Laudatio: „Unsere Wissensgesellschaft braucht viele kluge Köpfe. Lust am Lesen fördert die Persönlichkeitsbildung. Gute Kenntnisse digitaler Medien sind für den beruflichen Erfolg und für gesellschaftliches Engagement wichtig. Die wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken bieten Kitas, Schulen und Hochschulen sowie allen Interessierten freien Zugang zu Information und Wissen. Ältere Leser nutzen zunehmend digitale Angebote. Ihnen kommt es auf die Qualität der Inhalte und die leichte Verfügbarkeit an.“ 

Den 4605 Nutzern des „Liesa-Verbundes“ standen im Jahr 2014 insgesamt 7288 Titel in 14 679 Exemplaren zur Verfügung. Die Medien wurden 56 650-mal entliehen. Jeder Nutzer hat somit dieses Angebot im Durchschnitt über 12-mal in Anspruch genommen. Das Projekt wird von den Kulturräumen Erzgebirge-Mittelsachsen, Leipziger Raum, Meißen-Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Oberlausitz-Niederschlesien und Vogtland-Zwickau gefördert.

Der Sächsische Bibliothekspreis wird seit 2013 jährlich für eine herausragende und kundenorientierte Bibliotheksarbeit, eine engagierte Zusammenarbeit mit Partnern, eine wirksame Medien- und Öffentlichkeitsarbeit sowie innovative räumliche Lösungen verliehen. Im Vorjahr wurde die Stadtbibliothek Bautzen geehrt.

Quelle: Kunstministerium Sachsen