Opferberatung des RAA Sachsen e.V. zum Tod von Khalid Idris Bahray

„Wir hoffen nicht, dass Khaled das erste Todesopfer der rassistischen Mobilisierung der letzten Monate ist. In der derzeitigen Stimmung in Dresden, haben wir eine Zunahme rassistischer Angriffe feststellen müssen.“ +++

Stellungnahme der Opferberatung des RAA Sachsen e.V.:

Khalid Idris Bahray, ein 20 Jahre junger Asylsuchender aus Eritrea, wurde in der Nacht vom Montag zum Dienstag mit Messerstichen getötet.

„Der Tod des nur 20 Jährigen Khaled Idris Bahray macht uns tief betroffen. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen sowie den Freunden des jungen Mannes“, sagt Robert Kusche.

Mittwoch Nachmittag stand mit dem Ergebnis der Obduktion fest, dass es sich doch um ein Tötungsverbrechen handelt. Dabei schloss die Polizei anfänglich eine Fremdeinwirkung Dritter aus. Dies obwohl Freunde und Mitbewohner von Khaled Idris in einem Facebook Statement veröffentlichten, dass sie von einer gewaltsamen Tötung ausgingen, weil sie seine Leiche blutüberströmt und mit sichtbaren Verletzungen vorgefunden hatten. Inzwischen ermittelt die Dresdner Mordkommission.

Dazu Robert Kusche: „Dass die Polizei zunächst voreilig eine Fremdeinwirkung ausschloss, obwohl weder die Obduktionsergebnisse vorlagen, noch Ermittlungen stattgefunden hatten, wirft bei uns und den Freunden des Opfers viele Fragen auf.“

Und weiter: „Es ist nun Aufgabe der Ermittlungsbehörden das Tatmotiv aufzuklären und transparent zu machen. Khaleds Freunde, Mitbewohner und eine breite Öffentlichkeit wollen genau das wissen. Insbesondere die Mitbewohner haben Angst, dass Khaled aufgrund seiner Hautfarbe sterben musste. Sie haben uns gegenüber von rassistischen Anfeindungen berichtet.“

Die Kriminalpolizei ermittelt nun explizit in alle Richtungen. Auch das Operative Abwehrzentrum ist nun in die Ermittlungen einbezogen.

„Wir hoffen nicht, dass Khaled das erste Todesopfer der rassistischen Mobilisierung der letzten Monate ist. In der derzeitigen Stimmung in Dresden, haben wir eine Zunahme rassistischer Angriffe feststellen müssen. Die Möglichkeit eines rassistischen Tatmotivs muss nun gewissenhaft geprüft werden. Daher begrüßen wir ausdrücklich die Einbeziehung des Operativen Abwehrzentrums in die Ermittlungen.“

Quelle: Opferberatung des RAA Sachsen e.V.