Orosz will am 1. März zurück ins Amt

Dresden (dapd-lsc). Die an Brustkrebs erkrankte Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) will am 1. März ins Rathaus zurückkehren.

Es gehe ihr gut und sie freue sich auf ihre Rückkehr, sagte sie am Donnerstag bei ihrem ersten offiziellen Auftritt, seit sie die Öffentlichkeit im Februar über die Diagnose informiert hatte. Die nächsten zwei Monate wolle sie für weitere Therapien und die Vorbereitung auf den Arbeitsalltag nutzen. Orosz dankte den Bürgern für ihre Anteilnahme und kündigte an, künftig auch im Amt stärker auf ihre Gesundheit zu achten.

Orosz sprach bei dem Termin vor Journalisten offen über die „Schmerzen, Schwäche und Hilflosigkeit“, die sie vor allem in den sechs Monaten der Chemotherapie empfunden habe. Diese Zeit sei wie eine Achterbahnfahrt gewesen, erklärte die 58-Jährige. „Sie war täglich geprägt von Phasen der Angst und der Hoffnung.“

Währenddessen hätten die Dresdner Bürger sie „auf ganz wunderbare Art und Weise“ begleitet, betonte die Oberbürgermeisterin. Mit Briefen, Wünschen und Schilderungen eigener schwieriger Erlebnisse hätten sie ihr Kraft gegeben. Auch aus Politik und Verwaltung sei große Anteilnahme gekommen, über die Grenzen politischer Lager hinweg. „Für mich ist deutlich geworden, dass es soziales Miteinander in der Gesellschaft gibt, wenn es darauf ankommt.“

Sie und die Ärzte seien der Ansicht, dass der 1. März ein gutes Datum für den ersten Arbeitstag sei, erklärte Orosz. Ihr Interesse an den Vorgängen in der Stadt sei nach Ende der Chemotherapie wieder gewachsen. Dass der erste öffentliche Termin „schon wieder ein bisschen nach Arbeit schmeckt“, erfülle sie mit Freude.

An den Februar-Demonstrationen will Orosz teilnehmen

In die Politik einschalten werde sie sich vor ihrer offiziellen Rückkehr nicht, erklärte Orosz. Der Erste Bürgermeister Dirk Hilbert (FDP), der „über Nacht ins kalte Wasser geworfen“ worden sei, agiere respektvoll als Vertreter im Amt. An der Menschenkette am 13. Februar und der Großdemonstration gegen Neonazis am 18. Februar wolle sie aber „selbstverständlich“ teilnehmen, kündigte die Oberbürgermeisterin an. „Ich hoffe, dass wieder viele Dresdner und ihre Gäste kommen, um zu beweisen, dass Neonazis in unserer Stadt nicht dulden.“

Daran, nicht zurückzukehren, habe sie nie gedacht, betonte die CDU-Politikerin. Sie kündigte an, vom ersten Tag an in Vollzeit arbeiten, aber zugleich einiges ändern zu wollen. Sie wolle ihrem Körper mehr Ruhephasen gönnen, sich mehr bewegen und sich gesünder ernähren. Auch wolle sie sich mehr Zeit für die Familie nehmen. Organisatorische Änderungen wolle sie mit ihren Mitarbeitern absprechen. Auch kündigte sie an, sich künftig in der Brustkrebs-Aufklärung engagieren zu wollen. Anfragen von Vereinen gebe es schon.

dapd