Ostrock: Karussell startet wieder durch

Leipzig – Mit ihrem neuen Album „Erdenwind“ ließ die bekannte DDR-Band „Karussell“ die LVZ-Kuppel in Leipzig beben. Auch 40 Jahre nach ihrer Gründung spürten die Fans, dass die sechs Musiker noch sehr viel Lust auf neue Songs und Live Konzerte haben.

Zwei Stunden gab die Band alles, um den Besuchern einen rundum perfekten Auftritt zu bieten. Lässig flirteten sie mit den Smartphone-Kameras der Zuschauer und ließen so manches Rock-Herz höher schlagen. Natürlich standen die Songs des aktuellen Albums im Vordergrund. Dennoch kamen auch alte Klassiker wie „Wie ein Fischlein unterm Eis“ nicht zu kurz und umrahmten das Konzert mit etwas Nostalgie.

Die Titel des aktuellen Albums „Erdenwind“ handeln von großen und kleinen Alltagsgeschichten. Mit rockigen und poppigen Melodien erzählt die Band von Glück und Enttäuschung. Aber auch Politik und Nachdenklichkeit spielen eine Rolle. Der Titel „Meine Stadt“ ist eine Hommage an die Stadt Leipzig – der Ort, an dem alles begann. Innerhalb des Tracks wurde die Messestadt als „Nicht zu steif und auch nicht zu bunt, in sich ruhend ein Traumgrund“ beschrieben. Das jüngste Bandmitglied Joe Raschke textete das Lied, um damit seine tiefe Verbundenheit zu der Stadt auszudrücken.

Erst seit vier Tagen ist das neue Album im Laden zu finden und dennoch sangen viele Besucher textsicher bei vielen Titeln mit.
Insgesamt neun Studioalben hat die Band bereits veröffentlicht. Mit ihrem größten Hit „Als ich fortging“ aus dem Jahr 1987 zählt die Rockband zu den populärsten Gruppen der DDR. Nach der Wende trennte sich die Band, um 2009 ihr erfolgreiches Comeback zu feiern.
Neben Wolf Rüdiger Raschke und seinem Sohn Joe gehören auch Reinhardt Huth, Jan Kirsten, Benno Jähnert und Hans Graf zur aktuellen Besatzung.

Die Liebe zur Musik und die Energie der sechs Musiker war am Dienstagabend deutlich spürbar. Das Karussell wird sich auch in Zukunft weiter drehen und wahrscheinlich auch nicht so schnell zum Stehen kommen.