Ostsee-Kasper und Sachsen-Scheriff meckern auf dem Leipziger Markt

Leipzig - Durch das Internet ist das Äußern der eigenen Meinungen ganz schön unkompliziert und vermeintlich auch ungefährlich. Was machen die Bürgerinnen und Bürger also?

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Sie schimpfen, beleidigen und hetzen in den hiesigen Kommentarspalten, was das Zeug hält. Mit Meinungsäußerung hat das allerdings nicht mehr viel zu tun. Aber in einen richtgen Konflikt zu gehen - in ein waschechtes Streitgespräch von Angesicht zu Angesicht - das wagt sich heute kaum noch jemand. So richtig losbrechen, auch mal laut werden, darauf baut das große Meckerwelttheater vom Theater der jungen Welt. Und Christian Fuchs, als der Ostsee-Kasper weiß, warum der Leipziger Wochenmarkt dafür der ideale Ort ist.

In den direkten politischen Diskurs zu gehen, kostete die Leipzigerinnen und Leipziger am Dienstagmorgen erst mal einiges an Überwindung. Doch nach einiger Zeit des äußeren Betrachtens lockerten sich dann auch die Zungen der Umherstehenden und sie äußerten ihre Fragen und Wünsche ohne Umwege an die eingeladenen Politikerinnen und Politiker. Gutes Training, wenn es nach dem Ostsee-Kasper geht, der denkt nämlich, dass die Leute vergessen haben, wie diskutiert wird.

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Von Politikverdrossenheit kann hier nicht die Rede sein. Aber auch nicht gerade von einer übermäßigen Aufgeschlossenheit. Es hält sich die Waage. Doch dabei kann es wirklich gut tun, seine Sorgen einmal vor anderen lauthals auszusprechen, wie der Puppenspieler Dirk Baum alias der Sachsen-Sheriff findet.

Seit August reiste das große Meckerwelttheater die Leipziger Wochenmärkte ab und sammelt kritische Statements der Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein. Im Rahmen des Jahres der Demokratie wurde das Projekt von der Stadt gefördert.