Päpstliche Urkunde im Dresdner Stadtarchiv wiederentdeckt

Bei Restaurierungen im Urkundenbestand des Stadtarchivs fanden Mitarbeiter eine verschollene “Papstbulle“ aus dem Jahr 1399 wieder. Es ist die einzige erhaltene Papsturkunde im Dresdner Stadtarchiv. +++

Die Bulle ist eine Pergamenturkunde vom 30. April 1399. Mit der Bleibulle des Papstes Bonifatius IX. an rot und gelben Seidenfäden erteilt dieser allen, „die der täglich in der Kapelle des heiligen Kreuzes durch die Geistlichkeit stattfindenden Absingung des „Salve Regina“ in Andacht beiwohnen werden, einen 40-tägigen Ablass“. Bischof Caspar von Meissen bestätigt mit seinem Siegel den päpstlichen Ablass am 4. Juli 1458.

Das Besondere an dieser Urkunde ist, dass es sich hierbei um die einzige erhaltene Papsturkunde im Stadtarchiv handelt. Aus den vorliegenden Abschriften von Urkunden geht hervor, dass ursprünglich fünf bis sechs Papsturkunden aus der Reformationszeit hier existierten. Zwei davon waren sogenannte päpstliche Ablassurkunden. Lediglich die jetzt wiederentdeckte Urkunde ist noch im Original vorhanden und im Stadtarchiv überliefert.

Eine Päpstliche Bulle oder kurz Bulle ist die Bezeichnung für Urkunden, die in der päpstlichen Kanzlei in feierlicher Form ausgefertigt und besiegelt wurden und wichtige Rechtsakte des Papstes verkünden. Die Bulle trägt ihren Namen vom (Blei-)Siegel (lat. bulla), mit dem die Papsturkunden des Mittelalters und der Frühen Neuzeit regelmäßig besiegelt waren. Papstbullen in Stadtarchiven sind selten überliefert.

Die Urkunde wurde inzwischen gereinigt und restauriert. Dr. Ulrike Siewert, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Institutes für Sächsische Geschichte und Volkskunde e. V. fertigte eine Übersetzung an.

Quelle: Landeshauptstadt Dresden
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