Paketdiebstahl aufgeflogen

Durch eine Sicherheitsbeauftragte des Paket-Centers in Leipzig wurde mitgeteilt, dass sich ein langjähriger Mitarbeiter seit einiger Zeit offenbar widerrechtlich in den Besitz von Paketen gebracht hatte.

 Auf den 49-Jährigen kam man, als im Verteilzentrum Mitarbeitern auffiel, dass ungewöhnlich viele Pakete an eine Zustelladresse in Halle/Saale adressiert waren. Unter dieser Adresse wohnt der Mitarbeiter zusammen mit seiner Ehefrau, welche allerdings einen anderen Nachnamen trägt. Die 55-Jährige ist Briefzustellerin in einer Niederlassung in Halle. Wie sich herausstellte, hatte der 49-Jährige die Pakete umettiketiert und unter dem Namen seiner Frau an die gemeinsame Adresse gesendet.

Bei einer gerichtlich angeordneten Wohnungsdurchsuchung am Montagnachmittag durch die Kollegen der Kriminalpolizei Halle wurden selbst erfahrene Beamte von der in der Drei-Zimmer-Wohnung zusammengeglaubten Ware überrascht. Denn die Wohnung des
Ehepaares war, laut Polizeiangaben, über und über mit teilweise noch eingepackter Elektronik, darunter u. a. Laptops, Handys, iPods, externe Computerfestplatten, digitale Spiegelreflexkameras sowie Flachbildfernsehgeräten zugestellt, sodass allein die Katalogisierung der sicherzustellenden Gegenstände in diesem „Heimelektronikgeschäft“ bis spät in die Nacht andauerte und der Abtransport nur mittels eines Lkw´s zu bewerkstelligen war.

Gegen den 49-Jährigen sowie seine 55-jährige Ehefrau wurde ein Strafverfahren wegen Unterschlagung, Urkundenfälschung und Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses eingeleitet. Beide sind noch auf freiem Fuß, da keine Haftgründe vorliegen. Unklar ist bislang, seit wann das
Ehepaar sich so widerrechtlich bereichert hat, wie viele Pakete umettiketiert wurden und ob bereits Paketinhalte weiterverkauft worden sind. Dies müssen nun die Ermittlungen der Kriminalpolizei Leipzig zeigen. Da die Pakete üblicherweise versichert sind, entstand der Deutschen Post AG ein Schaden von mehreren 10.000 Euro.