Pappeln vom Acker werden zu Papier

Die vorratsreichste Pappelplantage Sachsens wurde heute auf einer Ackerfläche bei Methau nach 10-jähriger Standzeit mit Forstmaschinen geerntet.

 Die Pappeln wurden gezielt zur Biomasseerzeugung auf landwirtschaftlich genutzten Flächen angebaut und zeigen mit bis zu 25 cm Stärke und Höhen bis 20 m ein enormes Wachstum. Die Fa. Stora Enso wird aus den Stämmen Papier produzieren, die Äste werden zu Hackschnitzeln, einem ökologischen Brennstoff, verarbeitet. Eine parallel zur Ernteaktion stattfindende Fachveranstaltung zu wissenschaftlichen Erkenntnissen derartiger Kurzumtriebsplantagen stieß aufgrund der hohen Bedeutung der Sicherung des zukünftigen Energieholzaufkommens auf großes Interesse bei Fachexperten aus dem gesamten Bundesgebiet.  

 Holz ist aktuell ein sehr begehrter Rohstoff, der neben der traditionellen Verwendung als Bauholz, Holzwerkstoff, Zellstoff und Papier inzwischen auch wieder vermehrt als Brennstoff genutzt wird. Die Waldbesitzer Deutschlands bewirtschaften den Wald nachhaltig, es wird maximal nur so viel Holz geerntet wie nachwächst und wie das Ökosystem Wald verkraftet.

 Somit kann der Holzeinschlag nicht beliebig gesteigert werden. Infolgedessen ist die Nachfrage einiger Wirtschaftsbereiche vielfach größer als das Angebot im Wald.  Der Papier- und Verpackungsmittelhersteller Stora Enso hat dieses Problem aufgegriffen und gemeinsam mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst und Wissenschaftlern der Technischen Universität Dresden nach Möglichkeiten gesucht, mittelfristig das Holzaufkommen zu steigern. Die Lösung sah man in der Anlage so genannter Kurzumtriebsplantagen.

 Diese Plantagen werden auf landwirtschaftlichen Flächen angelegt, bestehen aus besonders schnell wachsenden Baumarten wie etwa Pappeln und Weiden und liefern bereits nach 10 Jahren verwertbares Holz. Eine solche Plantage wurde 1999 durch den Staatsbetrieb Sachsenforst mit Förderung durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft sowie mit finanzieller Unterstützung der Firma Stora Enso Kabel GmbH und Co. KG im sächsischen Methau angelegt.  

 Seither wird diese Plantage durch Forstwissenschaftler der TU Dresden und Sachsenforst kontinuierlich betreut und erforscht. Wichtige Themen sind dabei die ökologischen Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen, den Boden und das Grundwasser und natürlich das Wachstum der Bäume selbst. Erste Ergebnisse zeigen, dass diese Plantage für viele Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bietet, den sie auf den umliegenden Raps- und Maisäckern nicht finden.

 Auch der Boden hat sich während der 10jährigen Ruhe erholt, denn bei Kurzumtriebsplantagen muss weder Dünger noch chemischer Pflanzenschutz angewandt werden. Da der Boden fruchtbar und die jährliche Regenmenge mit knapp 700 mm recht ergiebig ist, haben die Bäume auch einen beachtlichen Holzzuwachs erzielt.

 Die Beerntung der Bäume ist der teuerste Bewirtschaftungsabschnitt und sollte im Hinblick auf die Erntemaschinen und den Erntezeitpunkt gut geplant werden. Betrachtet man alle Faktoren unter ökonomischen Gesichtspunkten, stellt die Plantage eine Alternative zum traditionellen Ackerbau dar.

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