Papst auf Deutschlandbesuch – Pontifex beklagt mangelnde Religiosität

Ab Donnerstag reist Papst Benedikt XVI. für vier Tage nach Deutschland. In seiner ersten Ansprache hat das katholische Kirchenoberhaupt die Gleichgültigkeit seines Heimatlandes gegenüber der Religion angeprangert. +++

Benedikt XVI. wird als erster Papst und erstes Kirchenoberhaupt im Berliner Bundestag eine Rede halten. Prekär: 100 der 620 Abgeordneten, größtenteils aus der Fraktion DIE LINKE, wollen den Vortrag boykottieren, da ihrer Meinung nach Kirche und Staat getrennt werden sollten.
Allgemein ist die Stimmung in Deutschland geteilt. Viele Papstgegner machen mobil.
Auf der anderen Seite werden zur Messe im Berliner Olympia-Stadion rund 70.000 Katholiken erwartet.

Benedikt sagte zu den Protesten und der Opposition gegen seinen Besuch: „Das ist normal in einer freien Gesellschaft.“ Dagegen sei nichts zu sagen, wenn man es denn auf zivile Weise tue. Er komme gerne. „Ich bin in Deutschland geboren, die Wurzel kann und soll nicht abgeschnitten werden“, fügte er hinzu. Dies gelte auch nun, da er oberste Verantwortung für die Weltkirche trage.

Neben den schon stattgefundenen Gesprächen mit Bundespräsident Christian Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel wird Papst Benedikt auch Vertreter der jüdischen und muslimischen Gemeinde treffen.

An allen Reisezielen herrscht höchste Sicherheitsstufe, wie beim Deutschlandbesuch des US-Präsidenten Barack Obama. Insgesamt werden ca. 16.000 Polizisten im Einsatz sein.

Der Papstbesuch kostet die katholische Kirche rund 25 bis 30 Millionen Euro. Aber auch die Kommunen in Deutschland werden zur Kasse gebeten. Der Steuerzahler wird durch die Visite des Pontifex ebenfalls mit Millionenkosten belastet.