Parade der Vielfalt: Demos in Dresden und Chemnitz

Dresden / Chemnitz – Gemeinsam ein Zeichen für die Rechte von Menschen mit Behinderungen setzen. Das war das Ziel der Parade der Vielfalt, die am Samstag zum 9. Mal in Folge stattfand. Erstmalig zog die Demo durch Dresden und Chemnitz.

Mit einer Auftaktkundgebung am Postplatz startete die Parade der Vielfalt 9.0 am Samstagvormittag in Dresden. Vor mehr als 100 Teilnehmern bekannte sich Schirmherrin und Wissenschaftsministerin Dr. Eva Maria Stange (SPD) zur Umsetzung der UN-Behinderenrechtskonvention, die 2009 von allen Ländern unterzeichnet wurde. Wie jedes Jahr am 5. Mai, dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen, machten Organisationen und Verbände deutschlandweit auf die Situation von Betroffenen aufmerksam.

Bunt und fröhlich, begleitet von lauten Samba-Beats, zog die Parade durch die Dresdner Innenstadt um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Vor allem das Thema Mobilität stand in diesem Jahr im Fokus der Veranstaltung. Ein zentraler Kritikpunkt der Demonstranten ist das aktuelle Bahnsteighöhenkonzept der Deutschen Bahn AG. Dieses sieht eine Erhöhung der Bahnsteige von 55 cm auf 76 cm vor. Die in den letzten Jahren an vielen Bahnhöfen geschaffene Barrierefreiheit sei damit in Gefahr.

Unter anderem aus diesem Grund gab es in diesem Jahr eine Premiere – mit der Bahn ging es für viele der Teilnehmer – barrierefrei – weiter Richtung Chemnitz, wo die Parade der Vielfalt am Nachmittag fortgesetzt wurde. Dort zogen rund 300 Menschen vom Bahnhof über die Brückenstraße in Richtung Markt. Auch hier forderten sie den Abbau von Barrieren in Wohnungen und im öffentlichen Raum, leicht verständliche Sprache im Alltag sowie Inklusion in allen Lebensbereichen.