Performancekünstlerin zu Gast

Am Freitag, dem 07. November 2008 um 19 Uhr, startet die neue Vortragsreihe „Kunst & Markt“ an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.

Die Veranstaltung ist initiiert und organisiert von Studierenden in Kooperation mit dem Studentenrat der Leipziger Kunsthochschule. Erste Referentin in der Galerie der HGB ist die US-amerikanische Künstlerin Andrea Fraser aus Los Angeles.

Fraser, geboren 1965 in Billings, Montana/USA, studierte von 1982 bis 1983 an der School of Visual Arts, New York und 1986 an der New York University. Von 1984 bis 1986 besuchte sie das Independent Study Program des Whitney Museum of American Art. Sie lehrt an zahlreichen internationalen Institutionen und ist Professorin am „CalArts“ – California Institute of the Arts.

Frasers künstlerische Ansätze werden der feministischen Performance-Tradition und Institutionskritik zugeordnet. In ihren Arbeiten analysiert sie die Funktionen von Kunst und Kunstbetrieb aus soziologischen, psychoanalytischen und geschlechterkritischen Perspektiven. Bekannt wurde sie Anfang der 1990er-Jahre mit ihren „gallery talks“, mit Performances in Form von Führungen durch Kunstinstitutionen, in denen sie sich kritisch mit den Präsentationsformen, den Hierarchien und den Ausschlussmechanismen des Kunstbetriebes auseinandersetzte.

Auch in darauf folgenden Arbeiten analysierte sie mit teilweise humorvollen Untertönen die Strukturen von Galerien, privaten wie öffentlichen Sammlungen und Ausstellungshäusern.

Für einen Skandal sorgte sie 2003, als sie gegen ein Honorar von zehntausend US-Dollar anbot, in einem Hotelzimmer mit einem Kunstsammler zu schlafen und den Akt zu Ausstellungszwecken aufzeichnen ließ.