Personalnot: Kita „Tillj“ zum Aufnahmestopp gezwungen

Leipzig - Der Kreativkindergarten der Johanniter "Tillj" zog die Notbremse. Aufgrund von Personalmangel können keine Kinder mehr aufgenommen werden. Maßnahmen, um den Beruf des Erziehers attraktiver zu machen, wurden bereits umgesetzt.

Luxusproblem trifft Personalmangel: Während es in dem neuen Integrationskindergarten in der Bockstraße noch ca. 40 freie Plätze gibt, wird fünf Kilometer weiter in der Kita "Tillj" händeringend nach Personal gesucht. Der Mangel ging so weit, dass 14 bereits abgeschlossene Verträge für März und April gekündigt werden mussten. Gründe dafür seien, dass viele Erzieher krank oder im Mutterschaftsurlaub sind und das weiterhin Kindergärten eröffnet werden. Aktuell werden in der Kita 130 Kinder von 23 Erziehern betreut. Die Qualität des Kindergartens leide jedoch, wenn das Verhältnis zwischen Kindern und Erziehern nicht stimme, so Skadi Köhler vom Verein  Johanniter-Unfall-Hilfe. Erste Maßnahmen, um den Beruf des Erziehers attraktiver zu machen, wurden bereits getroffen. Die Johanniter haben das Recruting verstärkt und dafür gesorgt, dass das Personal besser bezahlt wird.

Das Jugendamt war am Freitag für ein Interview vor der Kamera nicht zu erreichen. Gegenüber anderen Medien teilte das Amt jedoch mit, dass es mit dem Träger keine Abstimmung bezüglich der Kündigung gab. Die Behörde sei lediglich kurzfristig von den Plänen in Kenntnis gesetzt worden. „Das Amt bedauert das sehr und hätte bereits im Vorfeld gern gemeinsam mit den Johannitern nach einer Lösung für die betroffenen Familien gesucht“, heißt es.