Pferdefleisch in Sachsen: Das sagt die Verbraucherzentrale

Es besteht der Verdacht auf Pferdefleisch in Tiefkühlkost nun auch in Sachsen. LF hat die Verbraucherzentrale zum Thema befragt. +++

Nachdem deutschlandweit Pferde- statt Rindfleisch in Tiefkühlkost gefunden wurde gibt es auch in Sachsen erste Verdachtsfälle. LEIPZIG FERNSEHEN hat Dr. Birgit Brendel, Referatsleiterin Ernährung bei der Verbraucherzentrale Sachsen, gefragt, wie sich die Kunden vor dem ungewollten Verzehr von Pferden schützen können und was das Gefährliche an dem aktuellen Lebensmittelskandal ist.

LF: Welche Möglichkeiten hat der Verbraucher sich zu schützen?
Eine ganze Reihe von Supermärkten wie Real und Edeka haben bereits im stillen Produkte, die unter Verdacht stehen aus den Regalen genommen. Außerdem bieten sie den Kunden die Möglichkeit diese Produkte zurückzugeben. Die Kunden sollten sich also an ihren Supermarkt wenden.

 

LF: Geht eine Rückgabe nur bei Produkten, in denen Bereits Pferdefleisch nachgewiesen wurde oder auch bei verdächtigen Produkten?
Die Supermarktketten sind so kulant, dass die Rückgabe auch bei verdächtigen Produkten möglich ist. Man sollte sich beim entsprechenden Supermarkt erkundigen.

 

LF: Pferdefleisch ist in Deutschland generell auch als Lebensmittel bekannt. Was ist an dem aktuellen Skandal so problematisch?
Der Skandal ist, dass man Verbrauchern billiges Pferdefleisch als teures Rindfleisch unterjubelt und so tut, als sei Rindfleisch im Produkt. Das Fleisch was man offiziell als Pferdefleisch kaufen kann stammt von sogenannten Lebensmittelpferden. Diese Pferde haben einen Tierpass, in denen das vermerkt ist. Wenn das Tier ein Lebensmittelpferd ist darf es bestimmte Medikamente gar nicht erhalten. Nicht deklarierte Pferde dürfen nicht als Lebensmittel benutzt werden. Das Problem bei dem aktuellen Skandal ist, dass man nicht weiß um welche Pferde es sich handelt. Vermutlich sind auch Sportpferde verarbeitet wurden, denn in Großbritannien und Frankreich hat man für Lebensmittel nicht erlaubte Medikamentenrückstände gefunden.

 

LF: Was ist das Problem bei Pferdefleisch, dass nicht für den Verzehr geeignet ist?
Das Problem ist, dass in dem Fleisch Medikamentenrückstände enthalten sein können, die unter Gesundheitlichen Aspekten in Lebensmitteln nichts zu suchen haben.

 

LF: Wie kann man solche Lebensmittelskandale künftig verhindern?
Wir fordern bereits in der Verarbeitung eine eindeutige Kennzeichen für Lebensmittel damit man deutlich sieht, wo das Ursprungsprodukt herkommt. Die Transparenz der Produktionskette muss stärker ausgebaut werden um Händlern mehr Kontrollmöglichkeiten zu geben. Bei internationalen Kontrollen muss mehr zusammengearbeitet werden! Außerdem müssen derartige Verstöße stärker sanktioniert werden.

 

LF: Sind die aktuell bekannten Fälle nur die Spitze des Eisberges?
In aller Regel ist es so, dass immer noch andere Dinge gefunden werden, wenn die Behörden anfangen genau zu untersuchen. Ich denke das Thema wird uns auch weiterhin begleiten.