Pilotenstreik: Zwei Drittel der Flüge werden gestrichen – Behinderungen auf Flughafen Dresden nicht ausgeschlossen

Vereinigung Cockpit: “Es ist bedenklich, dass die Konzernspitze der Lufthansa, die mehrfach um Teilnahme an Verhandlungen gebeten wurde, den nach ihren Aussagen größten Streik der deutschen Luftfahrtgeschichte verantworten möchte.“

Auch sächsische Fluggäste der Lufthansa müssen sich von morgen an auf massive Behinderungen einstellen. Zwei Drittel der Flüge sollen auch bei uns gestrichen werden. Ein Streik der Piloten ist kaum noch abzuwenden. Damit droht ab morgen der größte Arbeitskampf in der Geschichte des Unternehmens. 4000 Piloten haben angekündigt zu streiken. 

PRESSEINFORMATIONder Vereinigung Cockpit e.V. vom 21.02.2010:
Die Vereinigung Cockpit (VC) begrüßt die Vermittlungsbemühungen von Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer im Lufthansa Tarifkonflikt. Die VC hatte gegenüber dem Verkehrsminister erklärt, zu vorbedingsungslosen Verhandlungen zur Verfügung zu stehen. Lufthansa hat sich jedoch von ihren Vorbedingungen nicht lösen können, sondern weiterhin die Aufgabe bestehender Tarifverträge zur Voraussetzung von Verhandlungsgesprächen gemacht. Dadurch ist es nicht zu Verhandlungen mit der Vereinigung Cockpit gekommen.Wiederholt hat Lufthansa ihre rechtliche Sichtweise bekräftigt, dass die bestehende Vereinbarung, in Lufthansa Flugzeugen sitzen nur Lufthansa Piloten, nicht im Ausland gültig sei. Dagegen bestätigen Rechtsgutachten die Position der Vereinigung Cockpit, dass diese Vereinbarung über Deutschland hinaus wirkt. Sie enthält keinerlei Hinweise einer räumlichen Beschränkung. Dies wäre für eine global operierende Fluggesellschaft auch unsinnig.
Das Angebot der Vereinigung Cockpit, den Disput über diese Frage bis zur höchstrichterlichen Klärung auszusetzen und bis dahin keine Auslagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland vorzunehmen, hat die Lufthansa Geschäftsleitung bisher nicht aufgegriffen. Dies obwohl sie wiederholt behauptet hat, keine Auslagerungen vornehmen zu wollen.Die Vereinigung Cockpit hält dieses Angebot weiterhin im Zuge einer Entschärfung der Situation und zur Vermeidung von Streikmassnahmen aufrecht und ist erstaunt, dass die Lufthansa nicht direkt mit der VC, sondern nur über die Medien kommuniziert.

PRESSEINFORMATIONder Vereinigung Cockpit e.V. vom 20.02.2010:
 Die Vereinigung Cockpit (VC) nimmt mit Verwunderung zur Kenntnis, dass die Konzernführung der Deutschen Lufthansa über die Medien Vorbedingungen an das vom Präsidenten der VC Herrn Streicher bei Herrn Mayrhuber angeregte Spitzengespräch stellt, ohne dies der VC, wie zuvor zugesagt, in einer direkten Antwort mitzuteilen.
Die Vereinigung Cockpit, die vorbedingungslosen Gesprächen jederzeit offen gegenüber steht, sieht sich nicht in der Lage die Vorbedingungen der Lufthansa Konzernführung zu akzeptieren, da diese bereits bestehende Tarifverträge mit Lufthansa in Frage stellen würden.Jörg Handwerg, Pressesprecher der VC: „Es ist bedenklich, dass die Konzernspitze der Lufthansa, die von der VC in den vergangenen Monaten mehrfach um Teilnahme an Verhandlungen gebeten wurde, den nach ihren Aussagen „größten Streik der deutschen Luftfahrtgeschichte“ verantworten möchte, ohne je im direkten Dialog mit der VC-Spitze den Versuch unternommen zu haben den Streik abzuwenden; sondern hierzu Bedingungen stellt, von denen von vornherein klar ist, dass sie unerfüllbar sind.
Die Vereinigung Cockpit ist der Berufsverband des Cockpitpersonals in Deutschland. Er vertritt die berufs- und tarifpolitischen Interessen von derzeit rund 8.200 Mitgliedern bei sämtlichen deutschen Airlines und sieht darüber hinaus seine Aufgabe in der Erhöhung der Flugsicherheit in Deutschland.

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