Pläne für Chemnitzer Brühl

Was haben der Brühl und das Contiloch in Chemnitz gemeinsam? Für beide ist bisher kein Konzept umgesetzt worden.

Aus dem einen wurde dadurch allerdings eine blühende Landschaft, während der Brühl über die Jahre zum Geisterviertel wurde.

Doch das soll sich nun ändern. Die Pläne für den „neuen“ Brühl wurden im Rahmen eines Bürgerforums präsentiert. Schlagworte, wie „Neue Seiten“, „Aus 1 mach 2“, „Kleinblöcke“ oder „Quartiersmitte“ beschreiben das, was auf dem Brühl in den kommenden Jahren entstehen könnte.

Begriffe, die gestern Abend auf positive aber auch kritische Resonanz stießen.

Vor rund 200 interessierten Besuchern des zweiten Bürgerforums Brühl wurde die überarbeitete Planungsstudie im Alten Heizhaus der TU Chemnitz vorgestellt.

Natürlich von den Machern selbst, dem von der Stadt beauftragten Planungsbüro Albert Speer & Partner.

Deren Vision sieht den Brühl als Wohn-, Studenten- und Kiez-Viertel.

Interview: Michael Heller – Planungsbüro Albert Speer&Partner

Den gilt es in erster Linie zu fördern, sprich zu sanieren oder neu zu bauen und dann natürlich entsprechend bekannt zu machen. Geplant ist die geschlossene Grundstruktur weitgehend zu erhalten.

Zudem soll das Karree zwischen Georg-und Müllerstraße durch Neubau geschlossen werden. Trotz der vorgesehenen Neubauten soll allerdings die Zahl der Wohnungen sinken. Das hat einen einfachen Grund. Denn ein Teil der verbleibenden Wohnungen soll, wegen derzeit hoher Nachfrage, im Grundriss größer werden.

Die Innenhöfe werden überarbeitet – hier könnten Grün-und Parkflächen entstehen. Wobei letzteres langfristig auch über Tiefgaragen realisiert werden könnte.

Das neue Stadtteilzentrum, die Quartiersmitte, könnte zwischen der früheren Karl-Liebknecht und der jetzigen Rosa-Luxemburg-Schule entstehen. Hier wäre dann Raum für Veranstaltungen, Märkte und vieles mehr.

Auch in Sachen Energie soll der Brühl künftig effizienter gemacht werden. eins energie stellte dafür ein Konzept vor, an dem seit Herbst gearbeitet wird.

Interview: Andreas Hennig – Geschäftsführer eins Energie in Sachsen

Die Voraussetzungen für die Wasser-, Wärme- und Stromversorgung auf dem Brühl sind gut und vor allem mittelfristig noch nutzbar. Das gilt auch für die typische Straßenbeleuchtung.

Denn auch die charakteristischen Ballonleuten sind auf moderne, zum Beispiel LED-Technologie, umrüstbar.

Damit all die Planungen rund um den Brühl aber nicht im Sande verlaufen, muss auch die Stadt ihren Teil dazu beitragen. Und das tut sie mit der Einrichtung eines Brühlmanagements.

Künftiger Brühlmanager wird er sein, Dr.Urs Luczak, der ab jetzt in Sachen Brühl von städtischer Seite die Fäden zieht. Sein Management steht dabei auf vier Säulen.

Interview: Dr. Urs Luczak – Brühlmanager

Natürlich ist das nicht von heute auf morgen umsetzbar. So sprechen Planer und Projektmanager von einem Umsetzungszeitraum zwischen 5 und 25 Jahren.

Kurzfristig, und das schon ab März, soll die Projektgruppe Brühl ihre Arbeit aufnehmen, Gespräche mit Investoren und Eigentümern geführt werden und das Brühlvorhaben auf einer eigenen Internetseite publik gemacht werden.

Alle Interessierten Bürger sind zudem weiterhin aufgerufen, Vorschläge und Ideen zur Brühlgestaltung einzubringen, damit aus den Schlagworten künftig dann handfeste Tatsachen auf den Brühl in Chemnitz werden.

Städtebauliche Planungsstudie zum Brühl, PDF-Datei

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