Podiumsdiskussion zum Zweiten Weltkrieg in der Frauenkirche

Bei der Podiumsdiskussion am 31. März wird der Frage nachgegenagen, wie auch 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges dessen Geschehnisse heutige Mentalitäten prägen. Mit dabei der Politiker Gerhart Baum, und Israels ehemaliger Botschafter Avi Primor. +++

Den Angriff auf Dresden 1945 erlebte Gerhart Baum mit. Danach floh der 12-Jährige mit seiner Familie, machte in der jungen Bundesrepublik seine Schul- und Universitätsabschlüsse und schlug eine eindrucksvolle juristische und politische Laufbahn ein. Trotzdem haben ihn die Eindrücke jenes 13. Februars nie losgelassen. Und so kehrte er zuletzt am 13. Februar 2015 nach Dresden zurück, um an der zentralen Gedenkveranstaltung anlässlich des 70. Jahrestages der Zerstörung seiner Heimatstadt teilzunehmen.

Selbst sieben Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, der von Deutschland ausging und schließlich mit aller Macht und Härte auf das Land zurückfiel, bleibt diese völkerübergreifende Katastrophe präsent. Sie durchzieht aber nicht nur deutsche Biografien, sondern Familiengeschichten in ganz Europa. Überall finden sich Opfer, Täter, Leidtragende, Mitläufer. Nach wie vor prägt dieser Krieg die Mentalitäten ganzer Völker.

„Als der Krieg zu Ende war – Von der Vergangenheit, die nicht vergehen will“ lautet daher der Titel einer Podiumsdiskussion, die am Dienstag, dem 31. März 2015 um 20 Uhr im Hauptraum der Dresdner Frauenkirche stattfindet. Sie thematisiert unseren heutigen Umgang mit den Geschehnissen von damals ebenso wie die Auswirkungen, die sie auf jetzige Gesellschaften haben.

Ganz besonders nimmt sie dabei Deutschland, Israel und Russland in den Blick, wie die Podiumsgäste zeigen: Neben Gerhart Baum werden der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland, Avi Primor, die russische Historikerin Irina Scherbakowa und die Autorin Sabine Bode, die sich intensiv mit Kriegskind-Biografien beschäftigt hat, auf dem Podium Platz nehmen. Moderiert wird die Diskussion von Alexandra Gerlach vom Deutschlandradio Kultur, das die Veranstaltung mitschneidet und am Freitag, dem 10. April, ab 18.07 Uhr in der Sendung »Wortwechsel« ausstrahlt.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe FORUM FRAUENKIRCHE, die sich mit Diskussionen und Vorträgen aktuellen gesellschaftlichen Themen zuwendet.

Quelle: Stiftung Frauenkirche Dresden