Polenztal lockt mit Naturspektakel

Jetzt blühen wieder Millionen der vom Aussterben bedrohten Märzenbecher in der Nähe von Dresden. +++

Was für ein Naturspektakel: Jetzt erwacht in der Sächsischen Schweiz der Frühling. Das Polenztal ist nicht nur ein wildromantisches Flusstal, sondern hier befindet sich auf rund 130.000 Quadratmetern auch Sachsens, wahrscheinlich sogar Deutschlands größtes Vorkommen wild wachsender Märzenbecher (Leucojum vernum). Jahr für Jahr kommen Besucher aus ganz Deutschland, um Millionen der nach Veilchen duftenden weißen Blüten mit dem grüngelblichem Fleck zu bewundern. Jetzt stehen die Märzenbecherwiesen wieder in voller Blüte!

Die wunderschönen Frühblüher sowie die Region der Talwiesen stehen unter Naturschutz und bedürfen einer besonderen Beachtung, damit dieses sensible Naturereignis nächsten Generationen erhalten bleibt. Die größten Vorkommen befinden sich im oberen Polenztal – an der Nordgrenze ihres natürlichen Verbreitungsgebietes in Mitteleuropa. Als ursprüngliches Auenwaldgewächs hat der Märzenbecher seit Jahrhunderten auf den von Bauern in der Polenzauen angelegten Talwiesen einen günstigen Standort erhalten. Besonders reiche Blütenpracht bieten heute noch die Wiesen ober- und unterhalb der Bockmühle in der Nähe von Cunnersdorf, aber auch von Polenz bis hin zur Rußigmühle und Gasthof.

Wer durch die Wiesen wandern will, sollte jedoch die Naturschutzregeln befolgen: „Besucher müssen unbedingt auf den Wegen bleiben, denn die Märzenbecherwiesen dürfen nicht betreten, die Pflanzen weder ausgegraben noch gepflückt oder zertreten werden“, sagt Prof. Dr. Hans-Jürgen Hardtke,
Vorsitzender des Landesvereins
Sächsischer Heimatschutz. Der Verein hat fast alle Märzenbecherwiesen gekauft und kümmert sich seit Jahrzehnten um deren Pflege und Erhalt. „Die Wiesen müssen einmal pro Jahr mit einer traditionellen, also nicht zu schweren Maschine gemäht werden, wenn die Samen reif und ausgefallen sind. Da die Märzenbecher einen feuchten Boden brauchen, haben wir begonnen, die traditionellen Wassergräben der früheren Bauern wieder herzurichten, damit genügend Feuchtigkeit da ist“, erklärt Hardtke. Die Märzenbecher sind nicht nur in der Natur eine Besonderheit: „Die Märzenbecher sind mittlerweile auch im Kulturanbau sehr selten geworden, denn die Vermehrung ist nicht ganz einfach“, weiß Dirk Mann, der in der Lausitz eine der wenigen deutschen Gärtnereien betreibt, die noch professionell Märzenbecher kultivieren.

Tipps für eine gelungene Wanderung zu den Märzenbechern:
Das Naturschauspiel kann von den angrenzenden Ortslagen erwandert werden. Vom Polenztal aus ziehen sich zahlreiche Wanderwege auf die angrenzenden Höhenlagen. An dieser Stelle kann der neu eingerichtete Rundweg von etwa einer Stunde vom Cunnersdorfer Parkplatz ausgehend empfohlen werden. Wem die zahlreichen Wanderwege dort nicht ausreichen, der kann auf einer rund sechsstündigen Wanderung (roter Punkt) das gesamte Polenztal erkunden, das sich von Neustadt in Sachsen bis zur Vereinigung von Polenzbach und Sebnitz zum Lachsbach in Porschdorf mit einer Länge von 22 Kilometern erstreckt. Die Wanderung durch das Flusstal zeichnet sich durch einen Wechsel des Gesteins (Granit und Sandstein), der Talform sowie durch ein Vorkommen seltener Pflanzen aus, denn neben den Märzenbechern wachsen entlang des Flusses Mondviole, Bärlauch, Binsenwollgras und Silberstern. Parkmöglichkeiten befinden sich in Polenz, in Cunnersdorf, unweit der Bockmühle Richtung Stolpen, in Heeselicht, in Hohburkersdorf, an der Heeselichter Mühle, am Hockstein und in Hohnstein. Neben den Mühlen im Tal, erwarten in den angrenzenden Ortslagen und Hohnstein über 20 Gasthäuser und Pensionen mit angepassten Öffnungszeiten hungrige Gäste. Ein Ausflug der sich immer lohnt.

So finden Sie die Wanderparkplätze mit dem Navigationsgerät: Wanderparkplatz Rußigmühle, Polenztal 4, 01848 Hohnstein und Wanderparkplatz an der Märzenbecherwiese: Bockmühle, Im Polenztal 2, 01848 Hohnstein.

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