Polizei ermittelt nach Leipziger Krawallnacht wegen schweren Landfriedensbruch

Über 600 Personen waren am Donnerstagabend randalierend durch Leipzigs Innenstadt gezogen. Dabei wurden Verkehrszeichen demoliert, Polizeiautos beschädigt und zahlreiche Fensterscheiben zertrümmert. +++

Im Bereich Leipzig Zentrum formierten sich am Donnerstagabend mindestens 600 Personen zu einem Aufzug. Dieser zog vom Landgericht in der Harkortstraße über das Standesamt, Thomaskirchhof, Markt bis zum Augustusplatz. Bis dahin war der Zug noch weiter angewachsen.

Auf dem bisherigen Weg zeigte der Zug stark kriminelle Gewalt. Es wurden aus der Menschenmenge heraus zahlreiche Schaufensterscheiben und Glasschaukästen beschädigt. Teilnehmer des Aufzuges rissen mehrere Verkehrszeichen aus der Verankerung, warfen diese auf die Straße und zündeten Feuerwerkskörper.
 
Als sich Polizeifahrzeuge näherten, wurden diese massiv von Vermummten mit Steinen beworfen. Verletzungen der Insassen nahmen die Steinwerfer offenbar in Kauf. Als sich der Zug weiter in Richtung Rossplatz bewegte, gingen nach Steinbewurf die Scheiben von einem Frisör-Geschäft am Dietrichring zu Bruch.

Der Aufzug bewegte sich dann in Richtung Rossplatz zum Bayrischen Platz und weiter zum Amtsgericht in der Bernhard-Göring-Straße. Dort bewarfen die Teilnehmer Fenster des Gerichtes mit Steinen. Vierzig Scheiben waren danach zerstört. Der Aufzug verlagerte sich weiter in Richtung in die Karl-Liebknecht-Straße.

Die Polizei setzte dort ca.  200 Personen fest. Drei Personen wurden festgenommen –  von allen Weiteren die Personalien erhoben. Im Bereich des Simsonplatzes stellte die Polizei zahlreiche Farbschriftzüge („das war Mord“, „Stoppt PEGIDA, „ANTIFA“, „Stoppt Deportation“) fest.

Drei Polizeifahrzeuge wurden stark beschädigt; eins davon völlig „entglast“. Die Polizei ermittelt wegen schweren Landfriedensbruchs.


Nach den gestrigen Krawallen in Leipzigs Innenstadt nahm Justizminister Gemkow am Freitag gemeinsam mit dem Präsidenten des Oberlandesgerichts Dresden Ulrich Hagenloch und dem Präsidenten des Amtsgerichts Leipzig Michael Wolting die Schäden am Amtsgericht Leipzig in Augenschein.

Gewalttätige Demonstranten hatten dort am späten gestrigen Abend das Gericht mit Steinen beworfen und ca. 40 Fenster zerstört. Gemkow sprach insbesondere mit den Mitarbeitern des Gerichts.

Gemkow: „Für diesen sinnlosen Ausbruch von Gewalt gibt es keine Entschuldigung. Dass diesmal keine Menschen zu Schaden gekommen sind, kann mich nicht beruhigen. Ich denke dabei vor allem an die Mitarbeiter, die zutiefst verunsichert sind. Sie leisten hier jeden Tag eine engagierte und anspruchsvolle Tätigkeit für die Gesellschaft und fühlen sich nun zu Recht selbst angegriffen. Aufgabe von Polizei und Staatsanwaltschaft wird es jetzt sein, diesen und die übrigen Vorfälle im Stadtgebiet von Leipzig aufzuklären, damit die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden können.“

Quelle: Polizei Sachsen / Sächsisches Staatsministerium der Justiz