Polizei in Kritik

Eigentlich sollte dieser Tag ein Friedenstag sein – doch daraus geworden ist etwas anderes.

Fast drei Wochen später sorgen die Ereignisse vom 5. März immer noch für heißen Diskussionsstoff. So wie Donnerstabend im Kraftwerk.

Der Saal im Haus Kraftwerk ist gerappelt voll – rund 250 Chemnitzer jeden Alters haben sich eingefunden, um die Ereignisse vom 5. März zu erzählen und zu diskutieren.
Eingeladen hat dazu das „Chemnitzer Bündnis für Frieden und Toleranz“, um die teils erschreckenden Vorgänge zu diskutieren und auszuwerten.

Neben Augenzeugenberichten sind Videomitschnitte der Demonstrationen gezeigt worden – außerdem wurden Gedächtnisprotokolle vorgelesen. Es war die Rede von „Polizisten, die nicht mehr Herr ihrer Sinne waren“. Männer und Frauen, egal ob jung oder alt, schilderten, wie sie bei den Demonstrationen ohne Grund von der Polizei kontrolliert, gestoßen und getreten wurden.

Bericht: Demonstrationsteilnehmerin

Die Polizei stellte sich gestern Abend aber nicht den kritischen Stimmen – die Begründung: Die Auswertungen der Demonstrationen sind noch nicht abgeschlossen.

Interview: Klaus Bartl (Die Linke), Landtagsabgeordneter

Drei Vertreter der Stadt waren im Kraftwerk und standen den Teilnehmern Rede und Antwort. Kritisiert wurde vor allem, dass die Stadt allem Anschein nach eher mit der Polizei kooperiert hätte und nicht mit den Gegendemonstranten.
Laut dem Ordnungsbürgermeister der Stadt waren die Gegendemonstrationen zu spät angemeldet worden – deshalb konnte der Neonaziaufmarsch nicht blockiert und verhindert werden.

Interview: Miko Runkel (parteilos), Ordnungsbürgermeister der Stadt Chemnitz

Die Organisatoren waren mit der Veranstaltung zufrieden: Denn es hat in den Menschen die dort waren sehr viel bewegt. Ulrike Richter vom Bündnis für Frieden und Toleranz hofft, dass sie auch der Stadtverwaltung Mut gemacht hat, nach kreativen Lösungen zu suchen, um die Demokraten künftig mehr zu unterstützen.

Interview: Ulrike Richter, Mitorganisatorin der Veranstaltung

Die Hauptanmeldung für nächstes Jahr steht schon – außerdem will das Bündnis für Frieden und Toleranz in Zukunft die Chemnitzer zeitiger mobilisieren.