Polizei schnappt Schneeballsystem-Organisation in Dresdner-Hotel: Firma hat Arbeitslose ausgenutzt

Am Samstag hat die Polizei in einem Dresdner Hotel Organisatoren festgenommen, die von Arbeitsuchenden 4.300 Euro für Seminare verlangt und diesen Arbeit in Aussicht gestellt haben. Mehr dazu unter www.dresden-fernsehen.de. +++

Polizeibeamte haben  zwei Frauen im Alter von 41 und 31 Jahren, sowie zwei Männer im Alter von 42 und 32 Jahren festgenommen. Ihnen wird die Organisation eines Schneeballsystems, gemäß § 16 Abs. 2 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) vorgeworfen. Diese Straftat wird mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bedroht.

Das Quartett stellt die Leitung einer Firma dar, die seit Jahren die Nöte Arbeitsuchender ausgenutzt hat. Dabei inserierte die Firma, unter wechselnden Firmenbezeichnungen, zunächst in Tageszeitungen eine Nebentätigkeit für Arbeitssuchende und rüstige Senioren. In einer Präsentationsveranstaltung wurden den Interessenten in der Folge Aufträge in Aussicht gestellt. Einzige Bedingung war das Absolvieren eines Seminars, wofür die späteren Opfer ca. 4.300 Euro bezahlten. Letztlich wurden nur in wenigen Einzelfällen Aufträge an die Geworbenen vergeben, welche aber nicht bezahlt wurden.

Eine solche Präsentationsveranstaltung beendeten am Samstagnachmittag Polizeibeamte in einem Dresdner Hotel. 15 Teilnehmer sollten hier einen Vertrag unterschreiben. Die 31-Jährige und den 42-Jährige Beschuldigten nahmen die Polizisten direkt im Hotel fest.

Zeitgleich hatten Polizeibeamte Wohnungen der Beschuldigten in der Umgebung von Dresden, in Leipzig, Thüringen und Sachsen-Anhalt durchsucht. Dabei stellten die Ermittler insbesondere Geschäftsunterlagen, Datenträger und Mobiltelefone sicher. Der 32-Jährige wurde in seiner Wohnung bei Dresden festgenommen, die 41-Jährige in ihrer Leipziger Wohnung.

In dem von der Staatsanwaltschaft Dresden geführten Strafverfahren wurden bisher 40 Personen Opfer derartiger Handlungen. Die Ermittler gehen jedoch davon aus, dass ein weitaus größerer Teil an Opfern bisher keine Anzeige erstattet hat.

Bei den 40 Fällen entstand ein Schaden von mehr als 100.000 Euro.

Neben der Staatsanwaltschaft Dresden waren insgesamt ca. 50 Polizeibeamte im Einsatz.

Das Verfahren wird von der Staatsanwaltschaft Dresden geführt, die in der vergangenen Woche Haftbefehle gegen das Quartett erwirkt hatte. Der heutige Einsatz wurde seit mehreren Wochen vorbereitet.

Drei der Beschuldigten waren bereits im März 2009 vom Landgericht Leipzig wegen des gleichen Delikts, unter einer anderen Firmenbezeichnung, zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Das Urteil ist bisher nicht rechtskräftig, da der Bundesgerichtshof noch nicht über die Revisionen entschieden hat.

Das festgenommene Quartett wird im Verlauf des Wochenendes dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Dresden vorgeführt.

Quelle: Polizei Dresden

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