Polizei zerschlägt Facebookparty in Dresden-Neustadt

Ca. 300 Personen sind trotz Verbot am Samstag den Facebook-Aufruf gefolgt und zum Gelände der Dresdner GEMA-Niederlassung gekommen. Pyrotechnik wurde gezündet, Flaschen geworfen und Mülleimer brannten. +++

Die Dresdner Polizei führte am Samstagabend einen Polizeieinsatz im Bereich der Zittauer Straße durch. Anlass war eine sogenannte Facebookparty, zu der ein Unbekannter aufgerufen hatte. Im Verlauf der vergangenen Woche hatten über tausend Menschen ihr Erscheinen angekündigt.

Die Landeshauptstadt Dresden hatte daraufhin am Donnerstag durch eine Allgemeinverfügung diese Veranstaltung untersagt. Trotz des veröffentlichten Verbotes versuchten heute mehrere hundert Menschen aus verschiedenen Teilen Sachsens auf das vermeintliche Partygelände an der Zittauer Straße zu gelangen.

Bis gegen 22.30 Uhr hatten Polizeibeamte immer wieder kleinere Personengruppen abgewiesen, die zu der Party wollten. In Höhe des Hausgrundstückes 24 musste die Polizei gegenüber ca. 150 Personen einen Platzverweis durchsetzten. Im Bereich der Zittauer Straße/ Forststraße wuchs deren Personenzahl auf zeitweise 300 an. Die Mehrheit der jungen Menschen stand unter Alkoholeinfluss und führte alkoholische Getränke mit.

Aus dieser Menschenmenge wurde wiederholt Pyrotechnik gezündet. Vereinzelt warfen Unbekannte Flaschen auf die Einsatzkräfte. Auch vier Mülltonnen brannten. Einen 47-jährigen Dresdner nahmen die Beamten in Gewahrsam.

Gegen Mitternacht löste die Polizei diese Ansammlung schließlich auf. Ab 00.30 Uhr befanden sich keine Gruppen mehr in dem Bereich.

Polizeirat Thomas Wurche (43), der den heutigen Einsatz führte, zog in der Nacht folgendes Fazit: „Es war richtig, diesen Partyaufruf ernst zu nehmen und einen Polizeieinsatz durchzuführen. Im Vergleich zum Verlauf derartiger Veranstaltungen in anderen bundesdeutschen Städten sind vier angebrannte Mülltonnen ein vergleichsweise geringer Schaden. Aber es gibt definitiv spaßigere Arten, den Samstagabend zu verbringen.“

Insgesamt waren 100 Polizeibeamte im Einsatz.

Quelle: Polizei Dresden / News Audiovision

Das Internetportal Facebook erreicht Millionen von Menschen.
Ein Segen und manchmal auch ein Fluch, da wird auch schon mal laut über Verbote nachgedacht.

Wir haben beim Direktor der Sächsischen Landeszentrale für Politische Bildung Frank Richter nachgefragt – halten Sie so etwas für denkbar?

Wie schätzen Sie Facebook als politisches Machtinstrument ein?

Klärt die Landeszentrale für politische Bildung selbst über soziale Netzwerke und deren Gefahren auf?

Die Antworten im Video

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