Polizei zieht Bilanz

Chemnitz – Einbrüche, Überfälle und Körperverletzungen – fast täglich gibt es neue Negativschlagzeilen aus Chemnitz.

Wie die Polizei am Mittwoch jedoch bekanntgab, entspricht das subjektive Empfinden nicht unbedingt der Realität. Im Jahr 2017 wurden laut Kriminalstatistik in Chemnitz knapp über 25.000 Straftaten verzeichnet. Damit sinkt der Wert auf den zweitniedrigsten Stand in den letzten fünf Jahren. Wie die Polizei mitteilte, hat sich die Straßenkriminalität seit 2005 sogar halbiert.

Obwohl die Straftaten rückläufig sind, bereitet den Beamten ein Bereich ganz besondere Probleme. Kellereinbrüche haben in den vergangenen Monaten extrem zugenommen. Und obwohl die Polizei bereits präventive Informationen herausgegeben und eine Beratungsstelle eingerichtet hat, sind viele Keller und Wohnungen noch nicht hinreichend geschützt. Das macht es den Einbrechern leicht und sorgt sowohl bei den Betroffenen, als auch bei der Polizei für Unmut. Denn die Beamten mussten im vergangenen Jahr einen deutlichen Rückgang der Ermittlungserfolge in diesem Bereich verzeichnen.

Uwe Reißmann übt daher Kritik.

Dass die personelle Situation bei der sächsischen Polizei prekär ist, ist bereits seit Jahren bekannt. Allein im Direktionsbereich Chemnitz mussten 400 Stellen abgebaut werden. Und zusätzlich werden in diesem Jahr weitere 80 Beamte in den Ruhestand gehen. Diese Einsatzkräfte fehlen dann natürlich auch bei der Aufklärung von Straftaten.

Ein solcher Fall ist zum Beispiel der Chemnitzer Reifenstecher, der seit Monaten die Polizei auf Trab hält. Inzwischen gibt es rund 530 Anzeigen, denen nachgegangen wird, bislang mit mäßigem Erfolg.

Auch die Erhöhung der Belohnung auf 5.000 Euro sowie die Suche über Kripo Live haben bislang nicht zur Ergreifung des Täters geführt. Wie Reißmann mitteilte, gibt es jedoch Aufnahmen vom Reifenstecher. In enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft wird nun angestrebt die Aufnahmen für eine Öffentlichkeitsfahndung verwenden zu dürfen, um zumindest diesen Fall abschließen zu können.