Polizeieinsatz sorgt für Diskussionen

Am Montagabend hat der PEGIDA-Ableger aus Chemnitz und dem Erzgebirge erneut in der Chemnitzer Innenstadt eine Kundgebung abgehalten.

Rund 300 Personen versammelten sich dazu auf der Brückenstraße vor dem Rondell.

Zu einer Gegendemonstration des Bündnisses „Chemnitz Nazifrei“ in unmittelbarer Nähe kamen rund 150 Menschen.

Bei der CEGIDA-Kundgebung wendeten sich die Redner gegen die nach ihrer Meinung verstärkte Einwanderung junger Männer aus islamischen Ländern.

Der Islam gehöre nach Auffassung von CEGIDA generell nicht zu Deutschland.

Nach der Kundgebung zogen die Teilnehmer über die Mühlenstraße in einem Rundweg durch die Innenstadt.

Häufig wurde dabei der Spruch „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen!“ gerufen.

Gegendemonstrationen, die erneut versuchten auf der CEGIDA-Route eine Sitzblockade durchzuführen, wurden von der Polizei abgedrängt.

Im Bereich des Brühls kam es dabei zu Rangeleien zwischen Einsatzkräften und Demonstranten.

Auf Höhe des Busbahnhofes und an der Ecke Straße der Nationen/Brückenstraße kam es zu lautstarken Protesten gegen den CEGIDA-Aufmarsch in Hör- und Sichtweite.

Insgesamt 200 Polizisten schirmten beide Lager voneinander ab.

Die Polizei verzeichnete nach eigenen Angaben vier Anzeigen: einmal wegen Zeigen des Hitlergrußes, zweimal Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und einmal Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Gegen Ende der Veranstaltungen entstanden dabei diskussionswürdige Videoaufnahmen.

Sie zeigen die Verhaftung eines Gegendemonstraten in der Nähe des Karl-Marx-Monumentes.

Obwohl der Festgenommene offenschichtlich keinen Widerstand leistet wird er von einem Polizeibeamten brutal in die Magengegend geschlagen.

Daraufhin bricht er zusammen und wird von den Beamten weiter zum Mannschaftswagen geschleift.

Das Video wurde bereits im Internet veröffentlicht und hat teils heftige Reaktionen hervorgerufen.

Bei der Polizei hat man bereits Konsequenzen gezogen.

Interview: Jana Kindt, Pressesprecherin Polizeidirektion Chemnitz

Auf übergeordneter Ebene soll es zwischen dem Präsidenten der Polizei Chemnitz und dem Präsidenten der Bereitschaftspolizei ein Auswertungsgespräch geben.

Dabei stehen die nächsten Polizeieinsätze in Chemnitz bereits bevor.

Am Mittwochnachmittag will CEGIDA erneut in Chemnitz demonstrieren.

In der kommenden Woche stehen außerdem die Aktionen rund um den Chemnitzer Friedenstag an.

Interview: Jana Kindt, Pressesprecherin Polizeidirektion Chemnitz