Polizeilicher Alltag – Kleine Begebenheiten im Jahr 2014

Das Jahr 2014 neigt sich dem Ende zu. Auch für die Polizistinnen und Polizisten der Polizeidirektion Chemnitz war es ein ereignisreiches und arbeitsreiches Jahr im Dienst für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger.

Fast täglich berichtete die Pressestelle u.a. über Straftaten, Verkehrsunfälle oder Vermisstenfälle, die sich im Direktionsbereich ereigneten. Tragische Ereignisse waren darunter, aber auch manches zum Schmunzeln.

Nachfolgend eine Auswahl von kleinen Begebenheiten, die ebenso den polizeilichen Alltag ausmachen, aber nicht immer „polizeirelevante“ Sachverhalte sind. Immer waren die Polizisten aber für den Bürger, für seine Nöte und Ängste, unterwegs.

Zu laut

Oft werden Polizisten gerufen, weil es Unstimmigkeiten zwischen Mietern in Mehrfamilienhäusern gibt. Darunter nächtliche Lärmbelästigungen, die oft berechtigte Hilferufe sind. Manches würde sich aber auch durch ein freundliches Gespräch unter Nachbarn klären lassen.

In der Nacht zum 20.Januar 2014 fuhren Polizisten des Polizeireviers Marienberg nach Olbernhau. Dort war gegen 3 Uhr aus einer Wohnung Geschrei vernommen worden. Als die Beamten eintrafen, war es still. Sie sprachen mit dem lauten Mieter und der gab zu, dass er bei einem Tennismatch im Fernsehen vor Begeisterung in Jubelschreie ausgebrochen war. Er versprach, sich künftig „leise“ zu freuen.

Lärm kam am Abend des 9. April 2014 auch aus einer Wohnung in der Chemnitzer Annenstraße. Auch hier hatten die Beamten wohl Verständnis. Sie schrieben in ihren Bericht, dass es zwischen der Bewohnerin und ihren Möbeln zu „Unstimmigkeiten beim Aufbau“ gekommen war. Sie wollte die Montage der Möbel eines schwedischen Herstellers am nächsten Morgen mit frischen Kräften noch einmal in Angriff nehmen.

Laut war es auch am 15. April 2014 in einer Wohnung in der Annaberger Buchenstraße. Hausbewohner machten sich Sorgen, weil die dort wohnende Seniorin auf Klingeln und auf Anrufe nicht reagierte. Die Polizisten bekamen die betagte Frau schließlich munter. Sie hatte den Fernseher etwas lauter gestellt und war dann eingeschlafen.

Irren ist menschlich!

Immer wieder appelliert die Polizei an die Bürger, aufmerksam zu sein und alles Verdächtige zu melden. Diese sehr zu lobende Aufmerksamkeit brachte hin und wieder auch Kurioses zu Tage oder führte zur Erheiterung der Beteiligten.
Am 26. März 2014 wurden Beamte nach Marienberg zur Reitzenhainer Straße gerufen. Dort sollte in zwei Gartengrundstücke eingebrochen worden sein. Die Polizisten konnten den Fall jedoch schnell klären. Der Zaun war vor Altersschwäche umgefallen, die Bungalowtür hatte der Wind aufgedrückt. Der Wind war auch verdächtig, die Folie an der Tür des benachbarten Gartenhauses zerrissen zu haben.

Am 5. Mai 2014 rief am Abend eine Frau die Polizei, weil sie in der Ausfahrt
Stollberg-Nord der A 72 einen Mann mit einem Gewehr gesehen hatte. Beamte suchten das Gebiet ab und fanden dann den „Schützen“. Seine Waffe war jedoch ein Stativ mit Spezialkamera – zusammengeklappt einem Gewehr mit Zielfernrohr ähnlich. Der Naturfilmer hatte eine Füchsin mit Jungen im „Visier“.

Am 8. August 2014 fanden Gartenbesitzer in Hohndorf in der Oberen Angerstraße eine vermeintliche Handgranate. Bei näherer Betrachtung entpuppte sich das Teil als Pendel einer Kuckucksuhr.

Am 9. September 2014 sollte ein Kind mit einem VW auf der Annaberger Straße in Chemnitz stadtauswärts fahren. Die Polizisten stoppten das Auto. Der Fahrer war nur sehr klein, aber keineswegs ein Kind.

Am 30. September 2014 wurde der Diebstahl eines Audi A6 von der Kochstraße in Chemnitz gemeldet. Die Polizei schrieb das Auto während der Anzeigenaufnahme am Vormittag zur Fahndung aus. 90 Minuten später war der Audi wieder da. Die Frau hatte vergessen, dass sie das Auto am Vorabend einige Straßen weiter abgestellt hatte.

Am 8. Oktober 2014 rief man das Polizeirevier Aue zur Rudolf-Breitscheid-Straße. Dort sollte eine Bombe auf dem Dach eines Wohnhauses liegen. Mit der Drehleiter der Feuerwehr schauten die Beamten nach und gaben Entwarnung. Eine Dachdeckerfirma hatte eine Rolle Dachpappe und eine Propangasflasche offenbar schlichtweg vergessen.

Kinder, Kinder!

Bei Anrufen, in denen Kinder eine Rolle spielen, sind Polizisten besonders sensibel. So auch, als am 5. Mai 2014 gemeldet wurde, dass ein kleiner Junge ohne Eltern in einem Schnellrestaurant im Chemnitzer Stadtzentrum ein Eis kaufen wollte. Die Beamten nahmen sich des Jungen an. Der damals 4-Jährige war zu Hause ausgebüxt und wollte seiner Mama Frühstück besorgen. Sie brachten den Kleinen zur nahe gelegenen Wohnung, wo ihn die bereits aufgelöste Mutti in Empfang nahm.

Eine große Suche löste das Verschwinden eines dreijährigen Mädchens am
16. Mai 2014 in Elterlein aus. Das Mädchen war am Mittag schon eine Stunde verschwunden, als die Oma gegen 13 Uhr die Polizei rief. Ein Fährtenhund und auch die Feuerwehr wurden gerufen, weil ein Teich in der Nähe sein sollte. Der Einsatz des Polizeihubschraubers war geplant. Gegen 13.30 Uhr gaben die Beamten Entwarnung. Das Mädchen wurde im Partyraum des Hauses gefunden. Es hatte sich versteckt, weil etwas in die Hose gegangen war…

Von Alpakas, Wölfen und anderen Tieren

Am 31. Januar 2014 trauten Polizisten ihren Augen nicht, als sie auf der nächtlichen Streifenfahrt Alpakas auf der Klaffenbacher Hauptstraße sahen. Weil die Tiere in Richtung B 95 liefen, wurde ein zweiter Funkstreifenwagen eingesetzt und der Halter der Tiere informiert. Die vier Polizisten konnten die Alpakas bis zu seinem Eintreffen zusammenhalten. Sie halfen dann auch, die Tiere in die nahegelegene Koppel zurückzutreiben.

Am 22. April 2014 meldete eine Autofahrerin einen Unfall mit einem Wolf. Als die Beamten eintrafen, war aus dem Wolf ein Reh geworden, das den Unfall nicht überlebt hatte. Die Frau hatte das Tier offensichtlich in ihrer Aufregung über den Unfall nicht richtig deuten könne. Sie war unverletzt geblieben.

Einen gefährlichen Fund grub am 9. November 2014 der Hund (Näheres nicht bekannt) eines Stollbergers beim Gassi-Gehen auf einem Feld aus. Weil es sich um eine Handgranate gehandelt haben könnte, wurde der Kampfmittelbeseitigungsdienst gerufen. Die Spezialisten entsorgten die Munition.

Frei laufende Ziegen wurden am 21. September 2014 aus Schwarzenberg gemeldet. Frei unterwegs waren die Vierbeiner, es waren jedoch ausgebüxte Esel. Sie wurden vom Halter wieder eingefangen.

Am 1. August 2014 meldete man aus Marienberg den Diebstahl von zwei Hasen aus einem Hasenstall. Die Beamten machten sich sofort auf die Suche nach den Mümmelmännern. Die Fahndungsmaßnahmen im Garten waren erfolgreich. Die beiden Tiere wurden im Garten gestellt und von den Besitzern wieder in Gewahrsam genommen.

Einen verletzten Uhu fand eine Frau am 4. Juni 2014 auf der B 101 in Höhe der Flöha-Brücke in Pockau. Die Frau scheuchte den Vogel in den Straßengraben, er konnte nicht mehr fliegen. Der Vogel wollte sich zuerst nicht helfen lassen und flüchtete. Schließlich konnten ihn die Beamten greifen. Die Naturschutzstation Pobershau hat den Uhu übernommen.

Am 28. Oktober 2014 wurde der Polizei eine offensichtlich geschossene und verendete Wildsau unter einer Jagdhütte im Jagdrevier Lößnitz gemeldet. Der Verdacht einer Jagdwilderei lag genauso nahe wie eine fehlende Nachsuche nach der Jagd. Die Ermittlungen ergaben recht schnell, dass es keines von beiden, sondern ein Streich unter Waidgenossen war. Das Schwein war ausgestopft.

Was sonst noch passierte …

Nicht das siebente Geißlein im Uhrenkasten, sondern einen gesuchten Straftäter im Bettkasten fanden Polizisten am 15. Dezember 2014 in Eibenstock. Der 18-jährige Mann aus Nordrhein-Westfalen sollte eine Restfreiheitsstrafe antreten, weil er gegen Bewährungsauflagen verstoßen hatte. Er war bei einem Kumpel im Erzgebirge untergekommen.

Im Schrank fanden Polizisten am 1. Dezember 2014 einen Erzgebirger in seiner Wohnung in Marienberg. Er hatte einen Gerichtstermin und musste dorthin vorgeführt werden. Im Polizeirevier wartete er dann auf diesen Termin.

Dumm gelaufen ist ein Einbruch in der Nacht zum 26. November 2014 in der Chemnitzer Platnerstraße. Dort versuchten Täter, die Eingangstür einer Gaststätte und zwei Fenster aufzuhebeln. Hineingekommen sind sie nicht, hinter dem Fenster war eine gemauerte Wand!

Eine allerletzte, ganz aktuelle Meldung

In der Nacht zum 29. Dezember 2014 meldete ein Mieter in der Fritz-Matschke-Straße,
dass er Blutspuren im Treppenhaus des Mehrfamilienhauses festgestellt hat. Die Spuren führten zur Nachbarwohnung. Die Beamten gingen den blutroten Tropfen nach und klingelten beim Nachbarn. Der machte auch auf. Nachdem sich herausstellte, dass er Rotwein verschüttet hatte, „beseitigte“ der Mann alle Spuren.

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