Pollenallergie: Jeder zehnte Leipziger betroffen

Leipzig - Der Frühling ist da. Die Temperaturen steigen und die Natur um uns beginnt zu grünen und zu blühen. Dem einen verschlägt der Anblick den Atem, dem anderen der Blütenstaub. Die Pollen sind wieder unterwegs.

Dieser Tage treibt besonders die Birke ihr Unwesen in Leipzig und Sachsen. Die Bedingungen dafür sind aktuell perfekt, kein Regen und viel Sonne.

Wer genaueres zum aktuellen Pollenflug haben möchte, kann dies beim Deutschen Wetterdienst finden. Dieser kauft die Daten vom Polleninformationsdienst und errechnet anhand des Windes die Pollenaufkommen. Der Polleninformationsdienst ist ein Verein, der überall in Deutschland mechanische Pollenfallen aufgestellt hat. Der Pollenflug in Sachsen wird dann anhand der Messwerte von den Stationen in Berlin und Dresden kalkuliert. Seit knapp drei Jahren hat die Universität Leipzig auf dem Dach einen elektronischen moderneren Pollenmonitor installiert. Dies ist der einzige seiner Art in Mittel- und Ostdeutschland. Prof. Dr. Regina Treudler ist stolz auf den Monitor.

© Leipzig Fernsehen
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Jeder Leidtragende kann über die Internetseite der Universität Leipzig die Daten des Pollenmonitors einsehen (https://pollenmonitor.com-tom.de/index.php) und weiß so, welche Pollen gerade unterwegs sind. Um die allergischen Reaktionen einzudämmen, kann man versuchen das Allergen zu meiden. Durch eine Sonnenbrille lassen sich die Augen bedingt schützen. Ein Pollenfilter in der Lüftung des Autos, das Schlafzimmer nur nachts zu lüften und am Abend die Haare zu waschen vermeidet eine Pollenhäufung im direkten Umfeld. Falls diese Maßnahmen nur eine geringfügige Wirkung zeigen kann eine symptomatische Therapie mit Augentropfen und Nasenspray helfen.

Die nächste Instanz sind Anti-Allergietabletten, die es sowohl frei verkäuflich, als auch rezeptpflichtig gibt. Falls all diese Mittel keinen Erfolg zeigen, empfiehlt es sich eine Allergieimpfung oder Hypersensibilisierung zu machen. Diese wird nach der Pollensaison gestartet und zieht sich über drei Jahre.
 
Die Zahl der Leidtragenden steigt kontinuierlich und das schon seit den 70iger Jahren. Allein in Sachsen sind laut der Barmer 350.000 Menschen betroffen. Jeder Vierte in Deutschland ist gegen Blüten allergisch. Für die Gründe zum Anstieg gibt es mehrere Thesen. Zum einen die geringe Immunabwehr, die durch übermäßige Hygiene entsteht, zum anderen die erhöhte Aggressivität der Pollen durch die Luftverschmutzung.
Genauso ist das Allergieaufkommen laut Untersuchungen bei Menschen die im Zentrum der Stadt leben höher, als bei jenen die am Rande der Stadt ihr Zuhause haben.
Aktuell treiben die Pollen der Frühblüher, wie Hasel, Erle und Birke noch ihr Unwesen. Dann geht die Allergiesaison mit Gräsern und Kräutern, wie zum Beispiel dem Beifuß oder der Brennnessel weiter. Bis zum Herbst werden Allergiker noch zu kämpfen haben.